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«Wir rennen in eine grosse Katastrophe»

Enoch zu Guttenberg dirigiert am Menuhin Festival Gstaad Verdi. Wer ist der Baron mit dem prominenten Namen? Besuch in seiner Sommerresidenz auf Schloss Herrenchiemsee.

Offen, kommunikativ und ein schwermütiger Nihilist: der Dirigent und Baron Enoch von und zu Guttenberg.
Offen, kommunikativ und ein schwermütiger Nihilist: der Dirigent und Baron Enoch von und zu Guttenberg.
Markus C. Hurek/zvg
Abschlusskonzert der Festspiele Herrenchiemsee im Juli 2011: Intendant Enoch zu Guttenberg dirigiert im prunkvollen Spiegelsaal des Schlosses.
Abschlusskonzert der Festspiele Herrenchiemsee im Juli 2011: Intendant Enoch zu Guttenberg dirigiert im prunkvollen Spiegelsaal des Schlosses.
Maresa Jung/zvg
Während der sommerlichen Festspiele Herrenchiemsee residiert deren Intendant Baron zu Guttenberg in der Wohnung des Märchenkönigs Ludiwg II. (im Bild auf einem Gemälde von F. von Piloty, 1865) im Alten Schloss.
Während der sommerlichen Festspiele Herrenchiemsee residiert deren Intendant Baron zu Guttenberg in der Wohnung des Märchenkönigs Ludiwg II. (im Bild auf einem Gemälde von F. von Piloty, 1865) im Alten Schloss.
zvg
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Im Alten Schloss Herrenchiemsee kann man sich am heiterhellen Tag verlaufen. In dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift sind die Gänge weitläufiger, die Räume verwinkelter, als man es als urbaner Zeitgenosse gewohnt ist. Gut, gibts in solchen Häusern nicht nur einen Baron, sondern auch einen Butler. Pünktlich kommt er ans Eingangstor. Er spricht nicht viel, es sei denn ins Handy. Es ist eine Verbindung zur Gegenwart, die draussen bleibt, während man das Gefühl hat, immer tiefer in die Vergangenheit einzudringen. Der Lift fährt. Dritter Stock. Wieder ein langer Gang, wieder Fenster, Bilder, Türen. Eine Tür führt in einen goldenen, lichtdurchfluteten Salon. «Kaffee, Mineral oder lieber eine Cola?», fragt der Butler. Und man ist erstaunt, dass man hier fast erschrickt ob der Gewöhnlichkeit dieser Frage. «Ja gerne», hört man sich sagen. Der Butler lächelt, während er lautlos abgeht wie ein Statist auf einer Theaterbühne. «Der Herr Baron kommt gleich.»

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