Zum Hauptinhalt springen

Vergesst Verdi: Jetzt kommt Kanye West

Der Rapper ist nun auch Opernkomponist. Und der Bibelstoff «Nebuchadnezzar» passt natürlich bestens zu West, der sich als Gottgesandter sieht.

Nun hat also auch Kanye West eine Oper geschrieben: «Nebuchadnezzar» wurde in Los Angeles uraufgeführt, opulent muss es gewesen sein, mit Chor, Bühnenspektakel und allem, was sonst so dazugehört.

Dass ein rechter Teil der Musik aus aufgeplusterten Songs von Kanye Wests Album «Life of Pablo» bestand, dürfte niemanden gestört haben – schon Händel hat sich ja jeweils bei seinen eigenen Werken bedient. Auch das biblische Libretto ist naheliegend für einen, der sich neuerdings als Gottgesandter versteht. Und der Nebukadnezar-Stoff hat sich ja schliesslich schon einmal bewährt in der Operngeschichte: in Verdis «Nabucco».

Man darf Kanye West also feierlich in den Gefilden der Hochkultur begrüssen. Und sich freuen auf alles, was er dort noch so tun wird: Vielleicht nimmt er sich ja ein Beispiel am italienischen Cantautore Franco Battiato, der gleich mehrere Opern geschrieben hat (zur Genesis etwa oder zum Gilgamesh-Epos: wenn schon, denn schon). Vielleicht will seine Gattin Kim Kardashian auch mal eine Arie singen, das durfte sie nämlich noch nie.

Und vielleicht erzählt ihm mal einer von einem gewissen Richard Wagner, der sogar ein eigenes Opernhaus für seine Werke gebaut hat: Fürwahr, das wäre eine verlockende Perspektive. Das nötige Kleingeld dafür wäre gewiss vorhanden. Und das Selbst- und Sendungsbewusstsein: das sowieso.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch