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Klassiker der Woche: Die Sängerin als Senftube

Wenn die grosse Montserrat Caballé unterrichtet, wird sie gern handgreiflich. Singen ist nun mal eine physische Angelegenheit.

Der Kehlkopf. Der Brustkorb. Die Lunge. Die anatomischen Tafeln in diesem Unterrichtszimmer lassen keine Zweifel aufkommen: Bevor man Singen als Kunst betreiben kann, ist da körperliche Vorarbeit zu leisten. Und bevor man in einer sublimen Arie glänzen kann, muss man erst mal einen simplen Oktavsprung schaffen.

Technik ist nicht alles, aber ohne Technik geht gar nichts: Das weiss keine besser als die Belcanto-Sopranistin Montserrat Caballé, und keine gibt dieses Wissen unverblümter weiter als sie. Man möchte ja nicht in der Haut dieser jungen Sängerin stecken, die alles gibt – und vor allem Erheiterung erntet. «Sie sind so grün!», sagt Caballé, die Zuhörer quietschen vor Vergnügen und erleben dann, wie die Diva sich an die Arbeit macht. Auch da kann sie sich das Lachen nicht immer verkneifen, wobei es kein grobes Lachen ist, eher ein freundliches, fast schon fürsorgliches: Schauen wir mal, was da noch zu retten ist.

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