Zum Hauptinhalt springen

Klassiker der Woche: Die Christel von der Post

Ist das Kitsch, was die Lucia Popp da bietet? Aber sicher!

Liebreizender als sie ist keine je über die Wiesen gehüpft. Und den herzhaften Schmatz ihres Adam hat sie redlich verdient, die Sopranistin Lucia Popp alias Christel. Denn in dieser Arie aus Carl Zellers Operette «Der Vogelhändler» (1891) bietet sie alles, was gefragt ist: Schmelz und ein bisschen Schmalz, eine helle, leichte Stimme – und ein Gefühl für den Volkston.

«Ich bin die Christel von der Post, klein das Salär und schmal die Kost»: Das muss man erst mal angemessen singen können. Angemessen heisst in diesem Fall: ein bisschen naiv, aber nicht plump; nicht allzu parodistisch, aber doch mit einem Augenzwinkern. Lucia Popp (1939–1993) konnte es. Als «Wundertier» hatte einst Elisabeth Schwarzkopf die slowakische Sopranistin bezeichnet, damals war sie 23 Jahre alt und sang ausschliesslich die Königin der Nacht in Mozarts «Zauberflöte». Die Sängerinnenkarriere war nicht ihr erstes Ziel gewesen, davor hatte sie eine schauspielerische Laufbahn angepeilt und auch in diversen Filmen gespielt (und Medizin hat sie auch mal studiert).

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.