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Klassiker der Woche: Bach mit Früchten

Ein Hobby-Akkordeonist setzt sich ins Museum und spielt Bach. Und manchmal spielt er auch Volksmusik im Supermarkt.

Auch Bach kann man inszenieren – der niederländische Akkordeonist Jo Brunenberg tut es hier sehr liebevoll. Er spielt das Präludium BWV 539 im Gemeindemuseum von Weert, aber museal wirkt es nicht. Das verhindert schon das mutige Hellgrün der Wände. Und dann ist da Herr Brunenberg selbst, der keine Show abzieht, sondern diese Musik in einer Weise spielt, die man nur würdevoll nennen kann.

Die Akkordeonisten, auch die professionellen, haben Johann Sebastian Bach ja schon vor einer Weile für sich entdeckt, und es ist nichts Anstössiges dabei. Wenn das Instrument im frühen 18. Jahrhundert schon erfunden gewesen wäre, hätten Bachs Zeitgenossen ganz selbstverständlich danach gegriffen; man spielte die Musik damals ja auf allem, was zur Verfügung stand. Trotzdem haben Bach-Aufführungen auf dem Akkordeon bis heute eine gewisse Aura des Verbotenen, das Publikum benimmt sich oft geradezu komplizenhaft, im Stil von: Wir wissen schon, dass das jetzt frech ist, was wir hören, gerade deshalb sind wir hier.

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