Zum Hauptinhalt springen

Der König, der einen Vogel hatte

«Eight Songs for a Mad King» ist das verrückteste Werk des Musiksommers. In Murten lebt der Avantgarde-Klassiker über den geisteskranken König George III. wieder auf.

Kranker Monarch: Ausschnitt des Plattencovers von 1970. Ein Jahr nach der Uraufführung von «Eight Songs for a Mad King» mit dem Performer Roy Hart spielte der Komponist Peter Maxwell Davies das Werk auf Vinyl ein.
Kranker Monarch: Ausschnitt des Plattencovers von 1970. Ein Jahr nach der Uraufführung von «Eight Songs for a Mad King» mit dem Performer Roy Hart spielte der Komponist Peter Maxwell Davies das Werk auf Vinyl ein.
zvg

Dieser König hatte einen Vogel. Viele Vögel, um genau zu sein. Und was er alles tat, um sie zum Singen zu bringen, man liest es heute in den Geschichtsbüchern, Abschnitt: verrückte Monarchen und ihre Spleens. Wobei – George III. von England (1738–1820), abgesetzt 1811, war nun wirklich ein gravierender Fall. Stundenlang, heisst es, habe er wirr und ohne Unterbruch vor sich hin monologisiert – von 58 Stunden ist gar die Rede. Der König – Spitzname «Farmer George» – sprach mit Engeln und grüsste eine Eiche, die er für den preussischen Herrscher hielt. Und dass seine Buchfinken und Dompfaffen richtig singen lernten, schien ihm ein wichtiges Anliegen. Immer wieder sass er vor den Käfigen, im Purpurmorgenmantel, die Miniaturorgel in der Hand. Acht Melodien hatten die Vögel zu lernen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.