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Der flammende Multitasker und das Meer

Oboe spielen und dazu dirigieren? Wie das geht, demonstrierte Heinz Holliger bei seinem Auftritt mit dem Berner Symphonieorchester. Es war nicht die einzige Wunderlichkeit des Abends im Kultur-Casino.

Ein Mann unter Strom. Es ist dieses Bild, das bleibt. Ganz am Ende des Konzertabends steht Heinz Holliger auf dem Dirigentenpodium und breitet die Arme aus, gespannt bis in die Fingerspitzen. Es ist, als ob er den Applaus aufsaugen würde, um ihn umzuwandeln. In Energie. Für sein nächstes Konzert, sein nächstes Werk, seine nächste Grosstat.Heinz Holliger ist bald 77. Noch immer kennt ihn die breitere Öffentlichkeit vor allem als Oboisten.

Doch Holliger ist viel mehr: Als Dirigent, vor allem aber als Komponist hat der Langenthaler Erstaunliches geleistet. Im elitären Musikbetrieb ist er eine Eminenz, eine intellektuelle Instanz. Ein Aufmüpfiger mit Talent zur Selbstironie. Letzten Herbst erhielt er den mit 100'000 Franken dotierten Schweizer Musikpreis. Er könnte sich zurücklehnen, ein wenig. Aber das kann und will er nicht.

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