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Der Chef probt die Umarmung

Ein diskreter Präzisionsarbeiter: In einem Jahr wechselt Andreas Homoki von der Komischen Oper Berlin ans Zürcher Opernhaus.

Entwirft keine kühnen Visionen: Der designierte Opernhaus-Intendant Andreas Homoki vor seiner zukünftigen Wirkungsstätte.
Entwirft keine kühnen Visionen: Der designierte Opernhaus-Intendant Andreas Homoki vor seiner zukünftigen Wirkungsstätte.
Keystone

Was kommt zuerst, der Kuss oder die Umarmung? Die Umarmung, meint der Förster, und Andreas Homoki ist einverstanden. Womit die Diskussion nicht beendet ist, sondern erst richtig anfängt. Wie soll diese Umarmung sein, heftig oder zögerlich? Soll die Försterin dem Förster vorher die Faust auf die Brust drücken? Danach noch mal fester nachgreifen? Die Augen schliessen oder nicht? Man probiert, debattiert, probiert noch einmal, der Regisseur führt vor, schaut zu, kommentiert und kritisiert, irgendwann hat die Försterin einen Lachanfall, aber Homoki gibt nicht auf. Bis in der Umarmung jene Verzweiflung über ein verlorenes Glück sichtbar wird, die er zeigen will.

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