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Zu cool für den Oscar

Alfred Hitchcock hat keinen. Stanley Kubrick auch nicht. Und David Fincher, der Regisseur von «The Social Network», ist auf dem besten Weg dazu, keinen zu bekommen. Wir reden vom Oscar für die beste Regie.

Zu gerne würden wir uns vom Gegenteil überraschen lassen, bei den Academy Awards in der Nacht auf Montag. Aber die Qualitäten, die einen Regisseur wie David Fincher auszeichnen, verwandeln sich bei den Oscars unweigerlich in einen entscheidenden Nachteil. Die Academy mag ihre Regisseure lieber heiss als cool, die wohltemperierten sind ihr am Liebsten. Sie feiert lieber den warmherzigen als den kaltblütigen Blick, lieber das gepolsterte Sentiment als die bestechende Diagnose.

Hitchcock war ein Ironiker, der mit spitzen Fingern den menschlichen Gefühlshaushalt obduzierte. Spät, sehr spät bekam er von der Academy noch einen Ehrenpreis für besondere Verdienste als Produzent. Auf einen Oscar aber wartete er sein Leben lang vergebens. Kubrick war ein Autokrat des Kinos, der mit dem unbestechlichen Blick eines Chirurgen unser humanistisches Weltbild auf die Probe stellte. Es klingt wie ein schlechter Witz, aber der einzige Oscar, den Kubrick jemals empfangen durfte, war einer für die besten Spezialeffekte.

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