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Wenns plötzlich kracht im Alltagstrott

D.J. Carusos Hightechthriller «Eagle Eye» zelebriert rasantes, mitreissendes Fastfoodkino: schnell geschnitten – und schnell vergessen.

Jerry (Shia LaBeouf) ist ein sympathischer, aufgeweckter Kerl, der in einem Copyshop ein unerfülltes Dasein fristet. Mit dem öden Alltag ist es jedoch auf einen Schlag vorbei, als er nach dem Tod seines Zwillingsbruders plötzlich Unsummen von Geld auf seinem Konto vorfindet und sein Zimmer sich unversehens in eine Waffenkammer verwandelt. Genügend Zeit, sich darüber zu wundern, bleibt ihm nicht.

Das Telefon klingelt, und eine anonyme Anruferin warnt ihn vor der Polizei. Doch zu spät: Eine Spezialeinheit stürmt die Wohnung und nimmt ihn fest. Bald darauf meldet sich die Anruferin wieder, und diesmal folgt Jerry ihren Ratschlägen.

Allwissende Unbekannte

Auf seiner Flucht vor der Staatsgewalt begegnet er Rachel (Michelle Monaghan), die von derselben geheimnisvollen Stimme gelenkt wird. Ihr 8-jähriger Sohn Sam (Cameron Boyce) war mit der Schulband unterwegs zu einem Konzert, als die unbekannte Anruferin ihr erklärte, dass ihr Sohn sterben würde, sollte sie ihren Anweisungen nicht Folge leisten. Die anonyme Anruferin weiss immer, wo sich Jerry und Rachel aufhalten, und auch, was die Polizei als Nächstes plant. Ausserdem verfügt sie über eine scheinbar allmächtige Technikkontrolle. Während einer Verfolgungsjagd Ampeln auf Grün zu stellen, damit das Fluchtpaar die Polizei abschütteln kann, ist noch eine ihrer leichtesten Übungen. Viel Zeit zum Grübeln bleibt während dieser von Regisseur D.J. Caruso («Disturbia») atemberaubend in Szene gesetzten, fast zweistündigen Hetzjagd weder den beiden Protagonisten noch dem Publikum. Aber das ist auch besser so. «Eagle Eye» zelebriert kurzweilige Action; rasant geschnitten, grossartig choreografiert. Zusehen macht Spass. Knackiges Filmspektakel Allerdings nur, wenn man bereitwillig über die Ungereimtheiten des schludrig konstruierten Plots hinwegsieht und nichts wirklich Neues erwartet. Die Liste der Filme, von denen sich Carusos Hightech-Verschwörungsthriller «inspirieren» liess, ist jedenfalls lang: «Matrix», «Das Netz», «Auf der Flucht». Man könnte noch an viele weitere denken. Doch während das mitreissende Filmspektakel läuft, fehlt dafür die Musse. Hinterher lohnt es sich nicht mehr. «Eagle Eye» liefert knackiges, packendes Genrekino. Und das wars.

Der Film läuft ab Donnerstag im Kino.

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