Ukrainischer Filmemacher Senzow unterbricht Hungerstreik

Der Kreml-Kritiker protestiert seit Mitte Mai gegen seine Inhaftierung. Die Behörden werfen ihm unter anderem «Terrorismus» vor.

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Der in Russland inhaftierte ukrainische Filmemacher Oleg Senzow hat nach Angaben der russischen Strafvollzugsbehörde seinen seit fast fünf Monaten andauernden Hungerstreik unterbrochen. «Ja, er hat seinen Hungerstreik gestoppt», sagte der Vizechef der russischen Gefängnisbehörde, Valeri Maximenko, der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag. Die «besten Ernährungswissenschaftler Moskaus» hätten einen Speiseplan für den 42-Jährigen erstellt. Senzows Anwalt war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen.

Ende September war Senzow zu Untersuchungen in ein Krankenhaus in der Stadt Labytnangi gebracht worden. Ein von den Strafvollzugsbehörden veröffentlichtes Foto zeigt, wie eine Ärztin die Brust des inhaftierten Kreml-Kritikers abhört. Der Filmemacher wirkt darauf deutlich dünner und älter als auf vorherigen Aufnahmen.

Senzow war im Mai 2014 auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm «Terrorismus» und Waffenhandel vor. Der Aktivist und Dokumentarfilmer wies dies zurück, wurde aber im August 2015 zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er in einer Strafkolonie im äussersten Norden Russlands verbüsst. Der Prozess wurde international scharf kritisiert.

Senzow trat Mitte Mai in einen Hungerstreik. Diesen wollte er erst beenden, wenn Russland alle ukrainischen «politischen Gefangenen» freilässt, hatte er damals gesagt.

AFP

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