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Spike-Lee-Film verärgert ehemalige italienische Partisanen

US-Regisseur Spike Lee sorgt mit «Miracle at St. Anna» für Empörung in Italien. Dem Regisseur wird Geschichtsverdrehung vorgeworfen.

Der Film dreht sich um das Nazi-Massaker in der toskanischen Ortschaft Sant'Anna di Stazzema. 1944 wurden dabei 560 Zivilisten getötet. «Miracle at St. Anna» wurde zum Grossteil in der Nähe von Florenz gedreht. Partisanenverbände protestieren nun dagegen und bemängeln, dass der Film dem Ansehen der Widerstandskämpfer gegen das faschistische Regime des Diktators Benito Mussolini schade.

Der Regisseur habe die Widerstandskämpfer als Personen dargestellt, die nach ihren Attentaten gegen Nazi-Soldaten oft flüchteten und die Zivilbevölkerung den brutalen Vergeltungsaktionen der deutschen Truppen überliessen.

Das entspreche nicht der historischen Wahrheit, kritisierte der Verband der italienischen Ex-Partisanen ANPI. Bei der Erstaufführung des Films am Mittwoch in der toskanischen Stadt Viareggio will der Verband Flugblätter gegen Spike Lee verteilen.

Der Film läuft ab Freitag in den italienischen Kinos. Er schildert die Geschichte von vier schwarzen US-Soldaten, die 1944 von ihren rassistischen Vorgesetzten in Sant'Anna di Stazzema alleine gelassen werden, um mit der Unterstützung des italienischen Widerstandes die deutschen Truppen zu bekämpfen.

Am 12. August 1944 hatten sich vier SS-Kompanien auf dem Rückzug vor den Alliierten in Italien auf dem Marktplatz von Sant'Anna di Stazzema versammelt. Die Soldaten trieben Flüchtlinge und Einwohner auf dem Markt vor der Kirche zusammen und erschossen sie. Es war eines der brutalsten Massaker des Zweiten Weltkriegs in Italien.

SDA/phz

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