Solothurner Filmtage im Zeichen der Frauen

Ein Auftakt mit feministischem Einschlag: Zur Eröffnung der Filmtage gewährte Bundesrätin Simonetta Sommaruga private Einblicke.

«Meine Mutter durfte nicht einmal einen Kühlschrank kaufen!» Bundesrätin Simonetta Sommaruga eröffnete die 52. Solothurner Filmtage.

«Meine Mutter durfte nicht einmal einen Kühlschrank kaufen!» Bundesrätin Simonetta Sommaruga eröffnete die 52. Solothurner Filmtage.

(Bild: Keystone)

Hans Jürg Zinsli@zasbros

«Meine Mutter durfte nicht stimmen und auch nicht gewählt werden. Sie durfte nicht einmal einen Kühlschrank kaufen!» Das sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga am Donnerstag zur Eröffnung der 52. Solothurner Filmtage. Mit ­offensichtlichem Grund: Als ­Premiere wurde «Die göttliche Ordnung» von Petra Volpe gezeigt.

Der Spielfilm über die Einführung des Schweizer Frauenstimmrechts von 1971 ist ein Werk mit Symbolkraft. Nicht nur bezüglich Vergangenheit, sondern auch punkto Gegenwart, in der Politikerinnen bei einer 1:1-Wahl im Zweifelsfall nicht gewählt werden. Die Beispiele von Unterlegenen reichen von Hillary Clinton in den USA bis zu Ursula Wyss in Bern.

Der offizielle Trailer zu «Die göttliche Ordnung.» Video: Youtube/filmcoopi

9 Prozent weniger

Nun, in Solothurn herrschen etwas andere Verhältnisse. Oder wie es Bundesrätin Sommaruga formulierte: «Die Präsidentin der Filmtage? Frau Beerli. Die Direktorin? Frau Rohrer. Die Regisseurin des Eröffnungsfilms? Frau Volpe.»

Alles bestens also? Nicht wirklich. Sommaruga erinnerte daran, wie weit die Gleichberechtigung noch in der Ferne liege: «Für die gleiche Arbeit verdient eine Frau durchschnittlich 9 Prozent weniger als der Mann. Das verstösst gegen die Verfassung, seit 35 Jahren, ist aber bis heute ‹göttliche Ordnung› geblieben.»

Rätinnen der ersten Stunde

Auf dem roten Teppich wurde Sommaruga von zwei Parlamentarierinnen der ersten Stunde ­begleitet: Gabrielle Nanchen und Hanna Sahlfeld-Singer, ehemalige sozialdemokratische Politikerinnen, gehörten nach der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 zu den ersten Frauen im Nationalrat.

Solothurner Filmtage:bis 26. Januar. Programm und Ticket: www.solothurnerfilmtage.ch

Berner Zeitung

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