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Sie sehnen sich nach Krieg

In «Chrieg» lassen Jugendliche ihren Aggressionen freien Lauf. Der grandiose Erstling von Simon Jaquemet zeigt das, ohne zu verurteilen – und zerstört nebenbei die Klischees des Schweizer Films.

In «Chrieg» kommt der junge Matteo (Benjamin Lutzke, er wurde auf dem Dreh 17 Jahre alt) im Erziehungscamp im Talkessel an, wo die anderen Jugendlichen bereits die Macht übernommen haben.
In «Chrieg» kommt der junge Matteo (Benjamin Lutzke, er wurde auf dem Dreh 17 Jahre alt) im Erziehungscamp im Talkessel an, wo die anderen Jugendlichen bereits die Macht übernommen haben.
PD
Immer wieder fahren sie zusammen in die Stadt hinunter, um Radau zu machen und ihrem Zorn eine Richtung zu geben.
Immer wieder fahren sie zusammen in die Stadt hinunter, um Radau zu machen und ihrem Zorn eine Richtung zu geben.
PD
Regisseur Simon Jaquemet, geboren 1978, in seinem Atelier in Zürich.
Regisseur Simon Jaquemet, geboren 1978, in seinem Atelier in Zürich.
Doris Fanconi
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Ob das der friedlichste Ort der Schweiz ist? Die «Grün 80» bei Basel ist eine Grossmütterparkanlage mit Selbstbedienungsrestaurant, Klettergarten und einem elend selbstzufriedenen Seelein. Dort ist Simon Jaquemet aufgewachsen. Nicht im See, sondern auf dem Bauernhof, der zum Gelände gehört, der Vater hat ihn geleitet. Sie haben Geissen und Hühner gehalten, sagt Simon Jaquemet, und als Kind habe er die «Grün 80» für sich gehabt, jeden geheimen Winkel gekannt. Später ging er an eine «Alternativ­schule», an der die Mutter lehrte – ziemlich hippiemässig sei das gewesen. Und wie kommt jetzt so einer dazu, mit «Chrieg» den wuchtigsten Schweizer Film zu drehen seit – ja, seit wann? Seit «F. est un salaud» von 1998?

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