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«Mehr Töne, weniger Worte»

Die Rapper Fokn Bois provozieren im Film «Contradict» und fragen: «Was passiert eigentlech mit üsere Wäut?»

Den Rappern Fokn Bois liegt die Provokation.
Den Rappern Fokn Bois liegt die Provokation.
zvg

Accra, Hauptstadt Ghanas – ein Ameisenhaufen voller Verkehrslärm, Musik und religiösem Geschrei. Dank flirrender, kurzatmig zusammengeschnittener Tonspuren taucht man sofort ein in den Film «Contradict». Musikerinnen und Musiker fungieren hier als Sprachrohre einer jungen Gesellschaft zwischen Perspektivenlosigkeit und neuem Selbstbewusstsein. «Help America! Help America!», rufen zwei dreadlockige Männer, schlängeln sich mit einem gelben Kanister durch die Menschenmenge und bitten um Spenden für die hungernde Bevölkerung in den USA.

Fokn Bois nennen sich die beiden Rapper, die provokativ eine Zukunft vorausdenken, in der das rohstoffreiche Afrika den postkapitalistischen, überalterten Westen versorgt. «Was passiert eigentlech mit üsere Wäut?», fragt am Anfang des Films eine Stimme aus dem Off, im Hintergrund ein Schwyzerörgeli. «Gheit aus usenang? Isch aus möglech?» Antworten suchten der Berner Musikethnologe Thomas Burkhalter und der Filmemacher Peter Guyer 2013 und 2017 gemeinsam mit der Afrojazzsängerin Adomaa, den Fokn Bois und anderen kritischen Geistern Ghanas.

An deren Situation hat sich in der Zeit dazwischen nicht viel geändert. Manche haben resigniert und sich in ihr Privatleben zurückgezogen, andere sind noch kämpferischer geworden. «More sounds, less words – das ist die Zukunft Afrikas», meint etwa Wanlov the Kubolor, während er im Busch weitab der Hauptstadt traditionelle ghanaische Musik in ihrer ureigenen Tonart aufnimmt. Und Spoken-Word-Poetin Asantewa fragt vor dem Abspann aus dem Off: «Sind wir die Generation des Wandels?» Eine Frage, welche die Klimajugend wohl mit lautem «Ja!» beantworten würde.

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«Contradict» in Solothurn: 26.1., 17.45 Uhr, Landhaus; 28.1., 15 Uhr, Reithalle. Kinostart: 30.1. Konzert: 29.1., Turnhalle, Bern, Fokn Bois und Adomaa.

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