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James Nortons gute ­Backenknochen

Wird der britische Schauspieler James Norton dereinst Daniel Craig als James-Bond-Darsteller beerben? Nimmt man seinen Auftritt im aktuellen Film Flatliners zum Massstab, dann eher nicht.

Als Daniel Craig in einem Interview sagte, er würde sich lieber die Pulsadern aufschneiden, als noch einen weiteren Bond-Film zu drehen, ging das Quoten­rennen los in den britischen Wettbüros: Wer würde der nächste James Bond werden? Michael Fassbender? Tom Hardy? Oder James Norton? Daniel Craig hat sich dann umentschieden, er wird 2019 seinen fünften und finalen Auftritt als Geheimagent 007 haben. Dann ist definitiv Schluss. Gut möglich, dass Bond danach erstmals wirklich James heisst. James Norton.

Der 32-Jährige erfüllt jedenfalls die Kriterien. Kürzlich wurde er in England zum GQ-Breakthrough-Actor of the Year gewählt, also für seinen Durchbruch als Schauspieler geehrt, und die Laudatorin sagte: «Er hat sehr gute Backenknochen, aber er ist auch kein schlechter Schauspieler.»

Wird er der neue Bond? James Norton. Bild: Keystone
Wird er der neue Bond? James Norton. Bild: Keystone

Er ist zudem Brite, geboren 1985 in London, hat in Cambridge studiert und verhält sich höflich, vor allem zu Frauen. In Grossbritannien ist James Norton ein Fernsehstar, er verdankt seine Popularität überzeugenden Auftritten in erfolgreichen TV-Serien wie «Grantchester», «Happy Valley» oder «Black Mirror».

Und weil TV-Serien für Hollywood-Aspiranten heute nicht mehr Karrierekiller, sondern Sprungbrett sind, darf sich Norton jetzt erstmals dem grossen Kinopublikum präsentieren: «Flatliners» heisst sein Hollywood-Debütfilm, ein Remake des Klassikers aus dem Jahr 1990. Der Film ist leider schlecht, aber das ist nicht seine Schuld. Kein Schauspieler der Welt hätte diesen Film retten können.

Fünf Medizinstudenten – neben Norton gespielt unter anderem von Ellen Page – ex­perimentieren darin mit eigenen Nahtoderlebnissen, um das allfällige Leben nach dem Tod zu erforschen. Sie provozieren in einem Labor gegenseitig den Herzstillstand und halten fest, was der menschliche Geist in dieser Zeit produziert. Einer nach dem anderen taucht für kurze Zeit ab in die Nachwelt, und dazwischen machen sie Party.

Bevor Norton dran ist mit «flat­linen» – so nennen sie das, wenn auf dem Elektrokardiogramm nur noch eine flache Linie erscheint statt des rhythmischen Herzschlags –, sitzen sie in einer Bar, Norton gibt sich sexy und etwas süss zugleich, nimmt einen Schluck Bier und ruft froh: «Heute ist ein guter Tag zum Sterben!» Irgendwann wird das Ganze zum Horrorfilm, das macht die Sache auch nicht besser. In «Flatliners» spielt James einen Jamie. Ob der Auftritt seine Chancen auf den 007-James reduziert? Da muss man die englischen Wettbüros fragen.

«Flatliners»: Der Film läuft im Kino.

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