Hechtsprung für Jean-Paul Belmondo

Am Filmfestival Cannes wurde gestern der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo für sein Lebenswerk geehrt – und ein Fan von ihm stürzte sich die Treppe runter.

Der 78-jährige Jean-Paul Belmondo zeigte sich in seiner Dankesrede gerührt und löste lang anhaltenden Applaus beim Publikum aus. Anschliessend wurde als Premiere der Dokumentarfilm «Belmondo, Itinéraire...» («Belmondo, Lebensweg...») gezeigt, den zeitgleich auch der Fernsehsender France 2 ausstrahlte. Die Festivalleiter Gilles Jacob und Thierry Frémaux würdigten «die Bandbreite, das Charisma und die Genauigkeit» von «Bébel», wie die Franzosen ihren Belmondo liebevoll nennen.

Erster Kinoerfolg als Gangster

Der Schauspieler stand schon im Alter von 20 Jahren auf der Theaterbühne. Sein erster grosser Kinoerfolg war im Jahr 1959 die Rolle als junger Gangster in «A bout de souffle» von Jean-Luc Godard an der Seite von Jean Seberg. Es folgten weitere Filme mit Godard und anderen grossen Regisseuren des «neuen» französischen Kinos wie Louis Malle oder François Truffaut. In den 1970er-Jahren drehte Belmondo dann zahlreiche Actionfilme wie «Der Greifer», «Der Profi» und «Ein irrer Typ».

Doch in den 1980er-Jahren liess die Begeisterung für ihn nach, und der Filmstar wandte sich wieder dem Theater zu, wo er unter anderem den «Cyrano de Bergerac» verkörperte. Es folgen nur noch wenige Kinofilme, darunter im Jahr 1998 «Alle meine Väter» mit Alain Delon, der allerdings floppte. Zuletzt trat Belmondo seit einem Schlaganfall im Jahr 2001 nur noch sporadisch als Darsteller in Erscheinung.

Mel Gibson für einmal ohne Randale

Weiterer Höhepunkt des gestrigen Festivaltages war die Europapremiere von «The Beaver». Die dritte Regiearbeit von Hollywoodstar Jodie Foster ist eine Tragikomödie über einen Depressiven. Die Hauptrolle spielt Mel Gibson, der damit für einmal wieder mit seiner schauspielerischen Leistung Schlagzeilen macht. Zuletzt war Gibson vor allem mit einem Trennungsstreit, antisemitischen Ausfällen und Fahren unter Alkoholeinfluss in den Schlagzeilen.

jos/AFP

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