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Filmer legen sich gegenseitig lahm

Clemens Klopfenstein und Urs Aebersold streiten um die wahre Fassung des Kurzfilms «Wir sterben vor». Die Solothurner Filmtage haben den Film abgesetzt, die DVD wurde aus dem Handel genommen.

Das ist die Geschichte von Filmerfreunden, die zu erbitterten Gegenspielern wurden. Ab Mitte der 1960er-Jahre drehten Urs Aebersold, Clemens Klopfenstein und Philip Schaad unter dem Label AKS Kurzfilme, in denen sie ihrer Liebe für Western- und Gangsterfilme nachlebten und zugleich die Klischees dieser Genres mit experimentellen Mitteln dekonstruierten. 1967 realisierten sie im elsässischen Niemandsland – mit einer Fabrikruine als Dekor und algerischen Flüchtlingen als Statisten – «Wir sterben vor», eine fulminante Genre-Variation mit Killern, Knarren und Emil Steinberger in einem Kurzauftritt, mit der Musik von Ennio Morricone und Verfolgungsjagden, die filmischen Happenings gleichen.

Am kommenden Samstag hätte dieses Werk an den Solothurner Filmtagen in einer restaurierten Fassung gezeigt werden sollen. «Wir sterben vor» war Teil eines Filmprogramms zum Schweizer Underground-Film jener Jahre, das der Zürcher Filmhistoriker Fred Truniger in aufwendiger kuratorischer Arbeit zusammengestellt hat. Zu dieser Aufführung kommt es nun aber nicht: Filmtage-Direktor Ivo Kummer hat den Film aus dem Programm genommen, weil Klopfenstein und Aebersold im Streit liegen um die wahre Fassung des Films.

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