Eigentlich ist Putin auch ein Regisseur

«Putin’s Witnesses» zeigt den russischen Herrscher ungeheuer intim: in jenem Moment, als er Boris Jelzin ablöste und zum Staatspräsidenten aufstieg.

In den trüben Camcorder-Aufnahmen von Ende der 90er-Jahre kommt Regisseur Vitali Manski Putin ungeheuer nah. Quelle: Youtube

Pascal Blum@pascabl

Wenn es einen Mann gibt, von dem man sich schlecht vorstellen kann, dass er ein warmes Bad nimmt, dann ist es Wladimir Putin. Eher schon nimmt er ein eiskaltes, in irgendeinem Wildbach in Sibirien, auf den er zufällig beim Ausreiten stösst. Aber vielleicht war das im März 2000 noch anders. Zum ersten Mal bestätigten 52,9 Prozent der Russen damals Wladimir Wladimirowitsch Putin als ihren neuen Präsidenten. Am Abend der Wahl wartet sein Vorgänger Boris Jelzin darauf, dass sein Schützling ihn zum Dank anruft. Er wird vertröstet, Putin rufe sofort zurück, heisst es. «Vielleicht nimmt er ein Bad», sagt jemand aus der Jelzin-Entourage. Die Champagnerflasche ist zu dieser Zeit bereits geöffnet, aber Putin ruft nicht zurück.

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