Zum Hauptinhalt springen

Die beste aller Lausbubengeschichten

Die Abenteuer des Waisenknaben Tom Sawyer und des Streuners Huckleberry Finn wurden neu verfilmt – in Deutschland.

Die Geschichten, die Mark Twain Ende des 19. Jahrhunderts niederschrieb, haben ihren Charme bis heute bewahrt. Entsprechend hält sich die neue deutsche Verfilmung eng ans Original.

Regisseurin Hermine Huntgeburth («Bibi Blocksberg») schuf entlang der Havel im Nordosten Deutschlands ein Mississippi-Delta, das seine europäische Anmutung behält, das Publikum aber dennoch in die amerikanische Vergangenheit mitnimmt.

Der Zuschauer fühlt sich in eine Zeit kurz nach dem Ende des Sezessionskrieges versetzt, in der sich die amerikanische Gesellschaft erst wieder neu finden musste.

In diesem Umfeld hecken Tom (Louis Hofmann) und Huck (Leon Seidel) mit einfachen Mitteln vorzügliche Streiche aus und erleben unheimliche Gefahren. Wenn es darum geht, Tante Polly (Heike Makatsch) oder den Mitschülern ein Schnippchen zu schlagen, erweist sich vor allem Tom als cleverer Bursche.

Der Drang beider Jungen nach Freiheit und nach Abgrenzung von den Erwachsenen, von Pflichten und Hausaufgaben, besitzt dabei allgemeingültigen Charakter. Auch heutige Schüler werden sich mit den beiden identifizieren können.

Fürmann überzeugt als Bösewicht

Tom und Huck leben unbeschwert in den Tag hinein - bis sie zufällig den Indianer Joe (Benno Fürmann) bei einem Mord beobachten und dadurch in eine moralische Zwickmühle geraten. Als Joe jagt Fürmann den Kindern einen gehörigen Schrecken ein, ohne dabei einen plumpen Bösewicht zu verkörpern.

Er spielt einen düsteren Mann, der auch ein Opfer der gesellschaftlichen Umstände ist. Der Indianer wird von niemandem akzeptiert und von allen verjagt. Ihm bleibt kaum etwas anderes übrig, als krumme Dinge zu tun - wobei er mit dem Mord den Bogen natürlich gehörig überspannt.

Fürmann sorgt mit seiner Darbietung in dem ansonsten munteren Streifen für Spannung. Neben ihm wissen auch die Kinderdarsteller Louis Hofmann und Leon Seidel sowie Heike Makatsch als Tante Polly und Joachim Król als argloser Landstreicher zu überzeugen.

Fortsetzung folgt im Winter 2012

Huntgeburths Neuverfilmung von Mark Twains Jugendbuchklassiker erweist sich somit als Volltreffer. Da einige Szenen etwas gruselig sind, empfiehlt es sich allerdings, junge Zuschauer erst mit acht bis neun Jahren ins Kino mitzunehmen.

«Tom Sawyer» ist jedoch ein empfehlenswerter Familienfilm, der im kommenden Jahr seine nahezu zwangsläufige Fortsetzung finden wird. «Huck Finn» ist bereits in der Postproduktion und soll im Winter 2012 ins Kino kommen.

Deutschschweizer Kinostart am 24. November

SDA/phz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch