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«Claude Chabrol, wir danken dir für dein Kino»

Der Regisseur Claude Chabrol ist heute Sonntag im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Franzose mit den lustigen Grimassen gehörte zu den einflussreichsten Vertretern der Stilrichtung «Nouvelle vague».

Spassvogel: Claude Chabrol albert mit der Kamera herum, die ihm 2009 an der Berlinale verliehen wurde.
Spassvogel: Claude Chabrol albert mit der Kamera herum, die ihm 2009 an der Berlinale verliehen wurde.
Keystone
Beliebt: Claude Chabrol posiert 2007 bei der Präsentation des Films «La Fille coupée en deux» mit den Schauspielerinnen Valeria Cavalli und Ludivine Saignier.
Beliebt: Claude Chabrol posiert 2007 bei der Präsentation des Films «La Fille coupée en deux» mit den Schauspielerinnen Valeria Cavalli und Ludivine Saignier.
Keystone
Ein Pionier des Films: Claude Chabrol (undatiertes Portrait).
Ein Pionier des Films: Claude Chabrol (undatiertes Portrait).
Keystone
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Der französische Regisseur Claude Chabrol ist am Sonntag im Alter von 80 Jahren gestorben. Das teilte die Stadtverwaltung von Paris mit.

Chabrol gehörte in den 50er Jahren zusammen mit François Truffaut, Jacques Rivette und Jean-Luc Godard zu den Mitbegründern der «Nouvelle vague», einer Stilrichtung des französischen Kinos, bei der die Regisseure nach einer neuen Ausdruckssprache im Film suchten.

Ein Studium dem Vater zu liebe

Chabrol wurde am 24. Juni 1930 in Paris als Sohn eines Apothekers geboren. Er begann das Studium der Pharmazie und Literatur nur seinem Vater zuliebe. Zum Film kam er nicht wie viele seiner Zeitgenossen als Regieassistent, sondern als Kritiker der Fachzeitschrift «Cahiers du cinéma».

Paris Über das Alter machte sich Claude Chabrol nur lustig, und von steiler Karriere hielt der französische Regisseur auch nicht viel. «Triumphe sind der Tod eines Filmemachers. Ich hatte schöne kleine Erfolge», zog Chabrol erst im Juni zu seinem 80. Geburtstag Bilanz.

Auseinandersetzung mit dem Bürgertum

Chabrol war bekannt für seine sozialkritischen Filme, in denen er sich besonders mit dem französischen Bürgertum auseinandersetzte. Er war nicht nur Regisseur in zahlreichen Filmen, sondern auch Drehbuchautor, Filmproduzent und Schauspieler.

Ein Sprecher von Bürgermeister Bertrand Delanoë würdigte Chabrol als einen der grossen Cineasten Frankreichs, der für seine Freiheitsliebe und seine Unerschrockenheit bekannt geworden sei. «Danke, Claude Chabrol, wir danken dir für dein Kino», erklärte der Sprecher Christophe Girard.

Mehr als 60 Filme

An der Berlinale 2009 war Chabrol für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Er hatte in seiner langen Karriere als Regisseur mehr als 60 Filme gedreht, darunter «Stille Tage in Clichy» und «Die Phantome des Hutmachers».

Das Schlagwort des «Autorenfilms» entstand, dessen Markenzeichen der unverkennbare, individuelle Stil des jeweiligen Regisseurs ist. Nach dem Tod von François Truffaut und Eric Rohmer war Chabrol einer der letzten Regisseure der Nouvelle Vague.

dapd/sda/mrs/miw

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