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Blumen, Pinsel und eine rasante Affäre

«Tulip Fever» dreht sich um eine aussereheliche Affäre, um Malerei und das schnelle Geld mit Tulpenzwiebeln. Die Romanze fällt zwar flach, der Film unterhält dennoch ­bestens.

Der Maler und seine Geliebte: Dane DeHaan und Alicia Vikander im Film «Tulip Fever», der in Amsterdam spielt, aber in England gedreht wurde.
Der Maler und seine Geliebte: Dane DeHaan und Alicia Vikander im Film «Tulip Fever», der in Amsterdam spielt, aber in England gedreht wurde.
zvg

Amsterdam im 17. Jahrhundert: Ein selbstgefälliger Kaufmann (Christoph Waltz) ordert ein Porträt von sich und seiner erheblich jüngeren Ehefrau (Alicia Vikander), worauf diese mit dem attraktiven Maler (Dane DeHaan) eine leidenschaftliche Beziehung eingeht.

Vorangepeitscht

Holländische Malerei und Herzschmerz: Das kennen wir aus dem Film «Girl with a Pearl Earring» (2003). Aber während Scarlett Johannson und Colin Firth diskret turtelten, geht es in «Tulip Fever» Schlag auf Schlag: Die Sexszenen kommen früh und deftig. Danach wird der an Seitenhandlungen und Wendepunkten reiche Plot regelrecht vorangepeitscht.

«Tulip Fever» ist die Verfilmung eines Romans (Deborah Moggach), und es ist ein offenes Geheimnis, dass die Produktion des Filmes nicht reibungslos vonstattenging: Ursprünglich hätte der Regisseur von «Shakespeare in Love» das Buch verfilmen sollen, doch letztlich kam der Regisseur von «The Other Boleyn Girl» zum Zug, Justin Chadwick. Dieser drehte den Film schon 2014, doch das Startdatum wurde etliche Male hinausgeschoben.

Interessante Nebenfiguren

Das Ergebnis ist nun beileibe nicht so desaströs, wie es die Entstehungsgeschichte vermuten lässt. Aber der rasante Duktus des Films lässt dennoch auf viele herausgeschnittene Szenen schliessen: Die Figuren von Vikander und DeHaan werden im Eiltempo eingeführt, und sie erhalten wenig psychologische Tiefe.

Das tut dem Unterhaltungswert des Films letztlich aber keinen Abbruch. Es treten interessant gecastete Nebenfiguren auf – Judi Dench, Cara Delevingne und Zach Galifianakis – und der dramatische Soundtrack von Danny Elfman hält die Sache zusammen. Zudem sorgt die permanente Hysterie an der boomenden Tulpenbörse, an der die Figuren ihr Geld machen und wieder verlieren, für viel Schwung.

Der Regisseur Justin Chadwick scheint es derweil genossen zu haben, in seinen Einstellungen niederländische Barockgemälde zu zitieren: Das Licht kommt wie bei Vermeer immer von der Seite, diverse Massenszenen erinnern an Bruegel, und zum Schluss reitet sogar – ohne ersichtlichen Grund – der «Bacchus» von Cornelis de Vos durchs Bild. Da vergisst man gern, dass die Aussenaufnahmen des Films gar nicht in Amsterdam, sondern in England gedreht wurden.

«Tulip Fever»: Ab Do im Kino.

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