Sophie Huber gewinnt Berner Filmpreis

Weltexport vor Weltimport: Der Dokumentarfilm «Harry Dean Stanton» von Sophie Huber gewinnt den Berner Filmpreis. Den Regiepreis erhält Simon Baumann für «Zum Beispiel Suberg».

Szene aus dem Dokumentarfilm «Harry Dean Stanton - Partly Fiction» von Sophie Huber.

Szene aus dem Dokumentarfilm «Harry Dean Stanton - Partly Fiction» von Sophie Huber.

(Bild: zvg)

Hans Jürg Zinsli@zasbros

Gut, ein Schweizer Publikumshit ist «Harry Dean Stanton: Partly Fiction» nicht geworden, aber die internationale Festivalkarriere liest sich mehr als eindrücklich: Nach der Premiere am renommierten Filmfestival Venedig 2012 lief Sophie Hubers Dokumentarfilm an weiteren 20 Festivals von Oslo über Buenos Aires bis Los Angeles.

Man könnte also sagen, dass der mit 30000 Franken dotierte Berner Filmpreis 2013 einen wunderbaren Weltexport ehrt, was in thematischer Hinsicht zudem seine Richtigkeit hat: Huber porträtiert in ihrem ersten abendfüllenden Dokumentarfilm mit Harry Dean Stanton («Alien», «Wild at Heart») einen von Hollywoods verschrobensten Nebendarstellern, und die Regisseurin geht dabei so feinfühlig zu Werke, dass sie dem verschwiegenen Kauz sogar ungeahnte musikalische Töne entlockt.

Nicht dem Weltexport, sondern dem Weltimport hat sich Regisseur Simon Baumann in «Zum Beispiel Suberg» (Filmstart: 28. November) verschrieben: In diesem punktgenauen Porträt eines Ortes im Seeland, das vom verschlafenen Bauerndorf über die Jahre zum Schlafdorf verkam, ist Regisseur Baumann selbst die Hauptfigur: Er spürt unter Einbezug der eigenen Familiengeschichte einen gravierenden gesellschaftlichen Strukturwandel auf.

Und mehr noch: Baumann wagt sich als Vertreter der Generation Individualität ins letzte Refugium des örtlichen Gemeinschaftssinns – den Männerchor. Verdienter Lohn für solchen Mut ist der mit 20000 Franken dotierte Regiepreis.

Im Rahmen des 2. Berner Filmpreisfestivals wurden weitere Ehrungen vergeben: Der Spielfilm «Halb so wild» von Jeshua Dreyfus erhält den mit 10000 Franken dotierten Nachwuchsförderpreis. Der Publikumspreis geht an den Kurzfilm «The Smortlybacks» (Ted Sieger, Wouter Dierickx) sowie an den Spielfilm «Neuland» (Anna Thommen).

Berner Filmpreis: Verleihung am 13.November, 19.30 Uhr, Dampfzentrale Bern. Der Anlass ist öffentlich, der Eintritt frei.>

Berner Zeitung

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