Ein Panda schlägt zurück

Angelina Jolie, Dustin Hoffman und Jack Black bitten mit «Kung Fu Panda 2» zum Schönwettertreffen in Cannes. Leider hält der Trickfilm nicht, was die Stars versprechen.

  • loading indicator
Hans Jürg Zinsli@zasbros

«Echt? Das ist schon der zweite «Kung-Fu-Panda-Film? Mein Gedächtnis war auch schon besser.» Hollywoodstar Dustin Hoffman (73) setzt im Hotel Carlton in Cannes ganz auf die Karte Humor. Damit ist er nicht allein: Auch Spassbombe Jack Black hat ein paar süffisante Bonmots auf Lager, während Superstar Angelina Jolie – wie üblich zur Festivalzeit mit Brad Pitt und der sechsköpfigen Kinderschar nach Südfrankreich angereist – ihr vollmundigstes Lachen in den Ballsaal strahlt.

Anlass der hochkarätigen Schönwetter-Zusammenkunft ist der Animationsfilm «Kung Fu Panda 2», der in Cannes ausserhalb des Festivals läuft. Wir erinnern uns: Der rundliche Panda Po (gesprochen von Jack Black), die glutäugige Tigerin Tigress (Angelina Jolie) und das untersetzte Hörnchen Shifu (Dustin Hoffman) mussten im ersten Teil des Martial-Arts-Spasses, der 2008 in Cannes Premiere feierte, ihr Dorf vor einem bösen Schneeleoparden beschützen. Nun, im Sequel, soll Po ganz China vor einem bösen Pfau retten; dazu müsse er allerdings zuerst seinen inneren Frieden finden, mahnt Lehrmeister Shifu.

Suche nach innerem Frieden

Innerer Frieden? «Ich glaube nicht, dass so etwas in Cannes existiert», schmunzelt Dustin Hoffman. «Aber immerhin sitze ich hier neben Angelina Jolie – innerer wirds nicht», flachst der Altstar, während der zu Wortspielen aufgelegte Jack Black noch eine Schippe drauflegt: «My inner peace is in pieces right now» («Mein innerer Frieden liegt hier in Trümmern»).

Einzig Angelina Jolie scheint um etwas Bodenhaftung bemüht. In Anspielung auf den nach seinen Wurzeln forschenden Trickfilmpanda sagt sie: «Es geht im Leben nicht darum, woher man stammt, sondern wer man werden will.» Ausserdem ist sie überzeugt: «Der Trick eines Sequels besteht darin, dass es besser ist als das Original.» Hoppla – gutes Statement, falscher Film.

Der zweite Teil der Panda-Saga verfügt zwar über spektakulärere Kampfszenen, dargeboten in mirakulösem 3-D, doch von einer glaubwürdigen Figurenzeichnung kann kaum die Rede sein. Lehrmeister Shifu muss sich zu Beginn des von Regiedebütantin Jennifer Yuh inszenierten Trickfilms gar beeilen, seine Weisheiten kundzutun, bevor er weitgehend von der Leinwand verbannt wird. «Mit einem männlichen Regisseur wäre meine Rolle sicher grösser geworden», sagt Dustin Hoffman. Hoppla – gutes Statement, falscher Tonfall? Hoffman schmunzelt immer noch. Aber er meint es ernst.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt