«Im besten Licht»

Wenn in der Halle 6 in Thun ein Neungänger à discrétion serviert wird, dann ist Kochkultour. Der Anlass fand bereits zum sechsten Mal statt. Erfinder Urs Messerli sagt, was das für die Köche heisst.

Der Erfinder der Kochkultour packt selber mit an: Gastrounternehmer Urs Messerli vom Restaurant Mille Sens in Bern. Fotos: Enrique Muñoz García

Der Erfinder der Kochkultour packt selber mit an: Gastrounternehmer Urs Messerli vom Restaurant Mille Sens in Bern. Fotos: Enrique Muñoz García

Nina Kobelt@Tamedia

Es war wieder mal ein Paradies für Feinschmeckerinnen und Schlemmer: In Thun hat am Freitag bereits die sechste Kochkultour stattgefunden. Das heisst, schon viele Jahre verwandelt sich die Halle 6 jeweils im Spätherbst in ein Schlaraffenland, dann, wenn eine Handvoll der besten Köche im Kanton die Kellen schwingen. Und ach, es ist einfach immer so schön. Und köstlich, logischerweise.

Dieses Jahr gabs unter anderem Wolfsbarschceviche, Zitronengrastofu, Onsenei (und Frutiger Kaviar, wie jedes Jahr), Egli, Pulled Pork, Poulardenbrust, Kalbsbrustravioli, allerlei Käse und das berühmte Dessertbuffet. Gäste können sich jeweils selber aussuchen, was sie wann essen wollen – gekocht wird an einzelnen Stationen. Zu jedem Menü gibt es eine Weinbegleitung, Bier und dieses Jahr sogar einen brandneuen Whisky der Rugen Distillery.

Volle Tische – und Bäuche in der Halle 6 in Thun.

Als Erfinder dieser famosen Sache könnte man Gastrounternehmer Urs Messerli vom Restaurant Mille Sens in Bern bezeichnen, der selber jeweils die Vorspeise zubereitet. Wir haben ihm vor dem Anlass ein paar Fragen gestellt.

Sie bereiten jeweils den Apéro zu. Gelingt Ihnen das immer?
Ich glaube, es war immer gut, aber manchmal für eine Vorspeise zu aufwendig, die Gäste mussten zu lange Schlange stehen. Ich habe versucht, das zu korrigieren.

Üben Sie das im Voraus?
Ja, das machen alle Köche auf die eine oder andere Art, man will sich ja schliesslich im besten Licht präsentieren. Wir besprechen auch die Menüs untereinander und stimmen sie aufeinander ab, via Mail, manchmal sind telefonische Abklärungen nötig.

Die Wartelisten für die Kochkultour sind jeweils sehr lang. Warum lassen Sie nicht einfach mehrere Anlässe dieser Art stattfinden?
Weil die Kochkultour ein exklusiver Anlass sein soll, und – wichtiger – die Köche können nicht zwei- oder dreimal von ihrem eigenen Herd fernbleiben. Oder sogar ihr Restaurant schliessen. Aber tatsächlich haben wir Ende März eine zusätzliche Kochkultour geplant – in Bern.

Das Auge isst mit – jedes Menü ein Hingucker.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, eine Kochkultour zu organisieren?
Der Event ist ja schon vor ungefähr 15 Jahren geboren – damals noch in der Markthalle in Bern. Wir haben es Küchenfestival genannt, und der Anlass mit mehreren Köchen war ein Vorreiter für die Kochkultour. Aber natürlich gab es schon länger Gourmetwochen oder ähnliche Veranstaltungen in der Schweiz, jedoch war es in dieser Grössenordnung als einzelner Anlass auf diesem Niveau schon etwas Einmaliges. Inspiriert hat mich damals das Gourmet-Festival St. Moritz, welches sich selber als Original bezeichnet.

Neben Messerli und vielen Gastwinzern haben folgende Köche an der sechsten Kochkultour teilgenommen: Rolf Fuchs (Restaurant Panorama, Steffisburg), Domingo S. Domingo (Restaurant Mille Sens, Bern), Roc Greisler (Zone 3, Lyssach), Daniel Lehmann (Restaurant Moosegg, Emmenmatt), Björn Inniger (Restaurant Alpenblick, Adelboden), Duy Tong (Cooking for Good), Rolf Mürner (Swiss Pastry Design, Rüeggisberg) und Christoph Bruni (L’Art du Fromage, Thun).

Zahlreiche weitere Fotos finden Sie ab Dienstag, 29. Oktober aufwww.espacecard.ch.

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