Zu frech für SRF

Roman Kilchsperger moderiert den Donnschtig-Jass nicht mehr. SRF und das Enfant Terrible unter den Moderatoren trennen sich.

«Sehr guter Boulevard-Entertainer»: Bei Radio Zürisee fing er an, später folgten Radio 24, Radio Energy und SRF. (Archivbild)

«Sehr guter Boulevard-Entertainer»: Bei Radio Zürisee fing er an, später folgten Radio 24, Radio Energy und SRF. (Archivbild) Bild: Sabina Bobst

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Jetzt ist es raus – und er auch. Moderator Roman Kilchsperger und SRF trennen sich, endgültig. Bislang war noch offen, ob der 48-Jährige, der im August zu Teleclub gewechselt hatte, weiter den Donnschtig-Jass moderieren würde. Noch im März hatte Kilchsperger verkündet, wie sehr ihm die Sendung am Herzen liege, nun aber ist Sense, wie der «Blick» vermeldete. Das Enfant Terrible Kilchsperger ist endgültig weg.

Viele Misstöne hat es in den vergangenen Monaten um Kilchsperger gegeben. Es begann im vergangenen Dezember, als er in seiner Sendung «Top Secret» von einem Kandidaten verlangte, den Brustumfang verschiedener Ex-Missen zu schätzen. Der reagierte irritiert, es folgte ein Shitstorm und Jusopräsidentin Tamara Funiciello bezeichnete Kilchsperger als «sexistisches Arschloch».

Video – Sexismus im Kilchsperger-Quiz

In der Quizshow «Top Secret» muss Peter Reber eine Frage zum Brustumfang von Schweizer Models beantworten. (Video: SRF)

Die Affäre sorgte SRF-intern für grosse Aufregung, man analysierte das Thema umfassend, die Macher der Sendung gelobten Besserung, der SRF-Ombudsmann forderte eine öffentliche Entschuldigung von Kilchsperger. Der aber weigerte sich. Wenig später wurde die Sendung abgesetzt und Kilchsperger machte sich ein paar Gedanken.

Dies sei der Moment gewesen, erzählte er im Sommer der Weltwoche, in dem ihm klar geworden sei, dass er wegmüsse. Der Betrieb am Leutschenbach habe ihn eingeschläfert und zur Selbstzensur verführt. Auch diese Aussage sorgte für Unmut beim SRF, auf Druck der Kommunikationsleitung musste Kilchsperger widerrufen.

Die Verantwortlichen bei SRF bestreiten zwar, dass sie den Ausschlag gegeben haben, auch beim Donnschtig-Jass auf Kilchsperger zu verzichten. Die Vermutung aber liegt nahe.

Frauen wollen ihn adoptieren oder heiraten

Eigentlich ein «sehr guter Boulevard-Entertainer» (Viktor Giacobbo), hat Kilchsperger nie besonders gut zu SRF gepasst. Dazu waren seine Sprüche von Anfang an zu salopp und unbekümmert, gern auch unter der Gürtellinie. 2004 sagte er in der Glückspost: «Wer 34 Jahre alt ist und noch nie für Sex bezahlt hat, der hat irgendwie nicht richtig gelebt.» Damals moderierte er «Musicstar» und hatte gerade die Show «Deal or No Deal» bekommen. Aufgeregt debattierten man daraufhin in den Schweizer Medien darüber, ob ein Moderator sich als Bordellbesucher outen darf. SRF weigerte sich, das zu kommentieren.

Ein paar Tage später verlieh das TV-Magazin «TR 7» Kilchsperger den Preis für den «Überflieger des Jahres». Auch beim Publikum kam er gut an. 2017 fungierte der Moderator in der Glückspost unter den Top Ten der Traummänner, Frauen wollten ihn entweder adoptieren oder heiraten, schrieb die Weltwoche. Allerdings ist er bereits vergeben, mit der Moderatorin Viola Tami hat er zwei Söhne.

Sicherlich wird er weiterhin polarisieren, wie von Anfang an. Sein erster Chef bei Radio Zürisee fand ihn talentlos und unlustig, Kilchsperger wollte sich beruflich schon umorientieren. Da meldete sich Radio 24 und wollte ihn haben, später folgte Radio Energy und SRF. Knapp 750 Unterhaltungsshows hat Kilchsperger bei SRF moderiert, aber eigentlich hätte er gern zum Sport gewechselt. Daraus machte er im Leutschenbach nie ein Geheimnis, aber das Interesse blieb einseitig. Den Wunsch erfüllt sich der «Traumschwiegersohn» (Blick) nun bei Teleclub. Dort moderiert der Fussballfan die Champions-League. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.09.2018, 19:24 Uhr

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