Zum Hauptinhalt springen

Überlegen verboten

Sie sind so simpel, dass es fast schon weh tut: dümmliche Wettbewerbsfragen für TV-Zuschauer. Auf Privatsendern sind sie nichts Neues. Nun fällt auch SF durch peinlich einfache Fragen auf.

Hirnzellen ungefragt: Quizshows im Fernsehen.
Hirnzellen ungefragt: Quizshows im Fernsehen.

«Wie heisst die südafrikanische Währung. A) Rand oder B) Pfund.» Na? Antwort gewusst? Nächste Frage. «Welches Tier gehört nicht zu Südafrikas Big Five? A) Löwe oder B) Möwe.» Oder: «Wie heisst das Maskottchen der Fussball-WM? A) Zakumi oder B) Zucchini.»

Wer diese Fragen zu beantworten versucht, muss nicht allzu viele Hirnzellen mobilisieren. Bei weitem mehr Konzentration ist nötig, die richtige 10-stellige Telefonnummer zu wählen und dann auf den Tagesgewinn zu hoffen: 5000 Franken oder einen ebenso wertvollen 3D-Fernseher.

Keine Anrufer bei zu schwierigen Fragen

Nicht wie erwartet von einem Privatsender stammt dieses Quiz, sondern vom Schweizer Fernsehen. Die Sendung WM-Studio fällt seit zwei Wochen durch besonders plumpe Wettbewerbsfragen auf, ausgedacht von der Sportredaktion. «Wir möchten möglichst vielen Zuschauern die Möglichkeit geben, am Wettbewerb teilzunehmen und etwas zu gewinnen», sagt David Affentranger, Mediensprecher bei SF.

Dazu braucht es offenbar simple Fragen. Denn je mehr Leute anrufen, desto mehr Einnahmen für SF. Wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer bei den Wettbewerben mitmachen und wie viel SF damit verdient, wird nicht kommuniziert. Es dürfte jedoch nicht zu wenig sein. Nicht umsonst polieren unzählige Privatsender mit derartigen Quizspielen ihre Bilanzen auf. Unter das Lotteriegesetz, das Wettbewerbe verbietet, an denen man nur mit einem Geldeinsatz teilnehmen kann, fallen sie jedoch nicht, solange eine Gratisteilnahme möglich ist. Dies ist auch beim «FIFA WM 2010»-Wettbewerb der Fall. Ein Anruf oder SMS kostet zwar 80 Rappen, die Teilnahme per WAP ist jedoch gratis.

Schwierigkeitsgrad bewusst angepasst

Doch müssen die Wettbewerbe so simpel sein? Ja, sagt David Affentranger: «Es müssen Fragen sein, die man spontan beantworten kann, da der Wettbewerb am Fernsehen nur kurz eingeblendet wird.» Kurz: Man darf nicht überlegen müssen. Sonst reklamieren die Zuschauerinnen und Zuschauer sofort. Das war früher hie und da der Fall. Seither ist der Schwierigkeitsgrad bei SF-Quizfragen angepasst.

So überrascht es wenig, dass es beim «FIFA WM 2010»-Wettbewerb keine Reklamationen gegeben hat. Auch nicht, weil die Fragen zu simpel sind. Die Leute wollten einfach gewinnen, so Affentranger. Überhaupt finde er die Fragen gar nicht so simpel, immerhin gebe es hie und da Zuschauer, die mit der Antwort daneben lägen. Das ist bei Quizsendungen von Privatsendern und Fragen wie «Womit kann man Lügen nachweisen? A) Lügentetektor oder B) Schwangerschaftstest» in der Tat sehr schwierig.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch