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TV-Kritik: Wenn der Krimi psycho wird

Der gestrige «Tatort» verblüffte mit einer radikalen Horror-Ästhetik, die die Handlung in den Hintergrund rückte. Ein berühmter Meister des Surrealen stand dabei Pate.

Eigentlich enthielt «Verschleppt» ja durchaus die üblichen Ingredienzen. Rasch war ein Hauptverdächtiger ausgemacht, der dann, natürlich, doch nicht der Täter war. Eine anfängliche Nebensächlichkeit – diesmal wars ein verschütteter Regionalzug – wurde plötzlich zum wichtigen Bestandteil der Aufklärungskette. Und früh wurde das obligate sozialkritische Thema des jüngsten Saarbrückner «Tatorts», der gesellschaftliche Umgang mit Pädophilen, präsentiert und von Kommissar Deininger und Psychologe Dr. Vogeler dialektisch-gründlich ausdiskutiert.

Die erzählte Geschichte an sich war zwar gewagt, aber nicht komplett überraschend; sie handelte von der Fahndung nach einer Gruppe junger Mädchen, die von einem psychopathischen Ingenieur in einem ausgeklügelten Keller- und Tunnelsystem gefangen gehalten wurden. Dass die grausige Geschichte des Wieners Josef Fritzl den Filmemachern als Vorlage diente, erscheint naheliegend.

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