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TV-Kritik: Muschg und Köppel auf Schmusekurs

Roger Köppel und Adolf Muschg hätten sich gestern im «Talk Täglich» auf Tele Züri Saures geben sollen. Doch der einzige, der sich enervierte, war der Moderator.

Ein Gespräch wie Dynamit, so hatte es sich mancher Zuschauer vorgestellt, als Adolf Muschg und Roger Köppel in der Sendung «Talk Täglich» zum Rededuell antraten. Über Christoph Blocher hätten sie diskutieren sollen, die Schweiz und die EU. Aber es kam alles ganz anders. Friedlich wie Lämmer, heiter und gelassen sassen sich der Linksintellektuelle und der «Weltwoche»-Verleger gegenüber und diskutierten bemerkenswert differenziert. Der Einzige, der schliesslich schäumte, weil Muschg nicht wie ausgemacht über den Politiker Blocher reden wollte, war Moderator Markus Gilli.

Zuerst ging es um die Figur des Bundesrat Schiess in Muschgs neuem Roman «Sax», die an Christoph Blocher erinnert. Ob er damit Blocher gemeint habe, wollte Gilli wissen, und ob er Blocher tatsächlich für einen «unholden Vater des Vaterlands» halte, wie es im Roman heisst. Es handle sich um eine literarische Figur, erklärte Muschg. Man könne sie nicht einfach durch die politische Figur Blocher ersetzen. Weiter besann sich Muschg auf seine Qualitäten als Professor und beharrte auf Differenz. Und als sich der Moderator an Muschgs vermeintlichen Kontrahenten Roger Köppel wandte, tönte es von dort ähnlich: «Es ist natürlich ein Anfängerfehler, einen Roman wörtlich zu nehmen», meinte der Verleger süffisant.

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