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TV-Kritik: Galant in Kiew

Die Sendung «Reporter» ging mit zwei Schweizern auf Brautschau in der Ukraine. Ein attraktives Klischee – aber nicht repräsentativ für die zunehmende Anzahl binationaler Ehen.

Philippe Zweifel

Jede zweite Ehe in der Schweiz ist binational. Da kommen einem erst mal Culture-Clash-Komödien wie «My Big Fat Greek Wedding» oder «Maria, ihm schmeckts nicht» in den Sinn. Solche Filme sind lustig, entsprechen aber kaum der Realität – zumindest nicht jener von Lastwagenfahrer «Crash» Marty aus Buochs in Nidwalden. Er steht nicht für die grosse Liebe, die trotz kultureller Missverständnisse und Kommunikationspannen obsiegt. Stattdessen sagt Marty: «Russinnen sind viel offener und weniger eingebildet als Schweizerinnen.» Und der zweite Protagonist des Films, Geschäftsmann Allan Kilby, findet: «Osteuropäerinnen wollen noch feminin sein.»

Es ist eine alte Geschichte, die Reporter Simon Christen gestern erzählte: Schweizer Männer und ihre ausländischen Traumfrauen. Früher waren es Thailänderinnen, heute Osteuropäerinnen. Die öffentliche Meinung über solche Beziehungen ist indes dieselbe: Wer auf solche Frauen zurückgreifen muss, kriege halt keine Schweizerin ab, weil er dumm, hässlich oder gehemmt sei.

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