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TV-Kritik: Das perfekte Monster?

Sie soll Griechenland in die EU getrickst haben und der Finanzkrise mit Milliardengewinnen entkommen sein: Arte versuchte gestern, mit einer Doku das Geheimnis der Mega-Bank Goldman Sachs zu lüften.

Ein Ex-Banker bezeichnet in «Goldman Sachs – eine Bank lenkt die Welt» die 30'000 Mitarbeiter des New Yorker Finanzkolosses als «Mönche», und gerne nahmen Jérôme Fritel und Marc Roche diesen Vergleich auf. Die beiden französischen Filmemacher inszenierten Goldman Sachs als klandestinen Orden mit obskuren Absichten und unterlegten ihren Streifen mit einem Grundraunen, das sie entweder gleich selbst erzeugten oder von Kollegen erzeugen liessen: «Ein undurchdringliches Geheimnis», schwadronierte etwa ein Kollege von «Le Monde», umhülle die Bank.

Beim Raunen bliebs aber – im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Dokumentationen – glücklicherweise nicht. Fritel und Roche zeigten, wie gerissen und rabiat Goldman Sachs seit der Finanzkrise geschäftete und geschäftet. Da war das sogenannte «Abacus»-Projekt, bei dem die Investmentbank ihre Kunden in bester Gordon-Gekko-Manier abzockte: Erst schwatzte sie naiven Normalos für teures Geld Schrottderivate auf, um dann an der Börse gegen exakt diese Papiere zu wetten. Die Kurse sanken, und die Bank kassierte doppelt.

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