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«The Wire»

Zumindest die Kritiker sind sich einig: «The Wire» ist wahrscheinlich die beste Serie aller Zeiten.

Vier Jahre zieht Bubbles mit seinen Einkaufswagen um die Häuser, sammelt dies, verkauft das und gibt das verdiente Kleingeld für ein paar Krümel Heroin aus. Stets versichert er, er sei kurz davor, mit den Drogen aufzuhören, und stets fällt er noch ein wenig tiefer und verursacht schliesslich aus Versehen den Tod seines obdachlosen Schützlings, mit dem er wie ein Hund im Keller seiner Schwester wohnt.

Bubbles’ Schicksal ist nur eine der Tragödien in «The Wire», doch in seinem verzweifelten Versuch, trotz allem einen letzten Rest Würde zu bewahren, wird er zur sympathischsten Figur der amerikanischen Fernsehserie. «The Wire», vom «Time»-Kolumnisten Joe Klein für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, ist untypisches amerikanisches Fernsehen. Die vom ehemaligen Polizeidetektiv Ed Burns und dem ehemaligen Reporter David Simon geschriebene Serie spielt in Baltimore, einer Stadt im freien Fall, wo der Drogenhandel floriert, die Korruption grassiert und Klientelwirtschaft sowie Bürokratie alles zerstört oder abschleift, was einen Neuanfang versucht. Die Show dreht sich um «The Game», das Spiel, wie die Dealer den Drogenhandel nennen, doch die Grenzen zum Rest der Gesellschaft sind fliessend. Minutiös zeichnen Burns und Simon das Sittenbild einer gefallenen Stadt nach, in jeder Staffel auf einen anderen Aspekt fokussierend: die Jagd der Polizei auf die Dealer, das schmutzige Geschäft der Politiker, die anarchischen Schulen und der Niedergang der Medien.

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