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René Schudel kocht vor der Berghütte

Fernsehkoch René Schudel erzählt wieder «Food Stories». Die zweite Staffel startet in Grindelwald.

René Schudel kocht vor der Mittellegihütte ob Grindelwald.
René Schudel kocht vor der Mittellegihütte ob Grindelwald.
zvg

Auf 3350 Meter über Meer braucht es «etwas mit Substanz». «Pasta des Alpes» zum Beispiel. René Schudels Vorstellung von einem währschaften Essen tönt gut: Teigwaren alla carbonara mit süsssauren Zwiebeln. Der Koch hockt in der Sonne vor der Mittellegihütti am nordöstlichen Grat des Eigers – einem Ausgangspunkt für viele Bergsteiger, die eben genau diese Substanz nötig haben. Warum? Es geht weiter mit «Schudel’s Food Stories», diesen kurzen Episoden aus dem Leben eines TV-Kochs. Was so noch nicht sonderlich spannend wäre. Aber für die zweite Staffel suchte der Oberländer Orte seiner Kindheit und überhaupt seines Lebens auf – und diese befinden sich hauptsächlich im Bernbiet.

Zu Beginn der ersten Folge der neuen Staffel sieht man Schudel kurz in «füürzundrotem Combi», wie er erklärt, auf einem vierzigjährigen Foto, im Skidress, in Grindelwald Dorf. Schon immer, so erfährt man, habe er «dort hinauf» gehen wollen, zur Mittellegi, und heute ist es so weit. Nicht als Teil einer Seilschaft, sondern mit dem Helikopter, mit dem gerade Waren hin­auftransportiert werden. Oben angekommen, stellt der Koch dann schnell einen Pastateig her («es Teegli, dafür braucht es keine Schüssel») und geniesst die Stille.

In weiteren Folgen sieht man dann Schudel in Saxeten, wo er sich schon als Bub viel herumgetrieben habe. Heute macht er wie früher ein Feuer und bereitet mit frischen Pilzen aus dem Wald eine Art Antipasti zu. Und er geht fischen – auf dem Thunersee – und später noch einmal in die Luft, mit Air Zermatt, weil Fliegen sein grosses Hobby ist (womit ja vielleicht auch erklärt ist, warum man für Nudeln carbonara ein ganzes Fernsehteam zur Mittellegihütte hinauftransportieren muss).

Zurück aber zu dieser ersten Folge: Schudels Alpenpasta hat eigentlich nicht viel mit den Alpen zu tun, Carbonarasauce ist es, die er an die Teigwaren gibt, nicht einfach normale Spaghetti, sondern Lorighitte, das sind kompliziert geformte sardische Nudeln. Kein Problem für Schudel, der mit einem Brettli auf den Knien den Teig walzt, dreht und schwingt, bis er zufrieden ist mit den Ringen aus Pastateig. Es sei «Entschleunigungstherapie», sagt er.

Diese darf aber nicht zu lange dauern, weil René Schudel ja noch tun muss, was er immer tut: kochen. Unter anderem für Rick, den Helikopterpiloten. Er kommt angeflogen und isst die hoch­alpine Pasta. Was sollen wir sagen: Es ist gefühlt die 76. Kochsendung von René Schudel. Und trotzdem schmeckt sie: Die Mischung aus Heimatfilm, Kochkürsli und Selbstinszenierung hinterlässt wie immer so ein wohliges Gefühl. Und das ist es ja, was gute Sendungen ausmacht.

«Schudel’s Food Stories», ab 2.10. mittwochs, 18 Uhr, Prosieben.

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