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MTV-Awards: Die leckere Katy-Perry-Show

Die European MTV Awards gelten als die «verrückteste Award-Show Europas». Verrückt war vor allem die Kostümwechselfrequenz von Moderatorin Katy Perry. Sie machte das Ganze zur Katy-Perry-Show.

Das schrillste Outfit: Eins der auffälligsten und schrägsten Kleider von Katy Perry war sicherlich das «Karussell-Kleid».
Das schrillste Outfit: Eins der auffälligsten und schrägsten Kleider von Katy Perry war sicherlich das «Karussell-Kleid».
Keystone
Vor der Show: Katy Perry in ihrem ersten Outfit an den MTV-Awards, bei dem manch einer grosse Augen machen wird.
Vor der Show: Katy Perry in ihrem ersten Outfit an den MTV-Awards, bei dem manch einer grosse Augen machen wird.
Keystone
Obama ist der Grösste: Dieses eher sehr steif wirkende Kleid trug Katy Perry zu Ehren von Obama, dem neuen US-Präsidenten.
Obama ist der Grösste: Dieses eher sehr steif wirkende Kleid trug Katy Perry zu Ehren von Obama, dem neuen US-Präsidenten.
Keystone
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Bombenstimmung herrscht in der Echo-Arena in Liverpool. Wobei die MTV Music Awards eher einer Tischbombe entsprechen, Modell «Party», mit vielen lustigen Überraschungen drin. Zum Auftakt werden wir gewarnt: Dieses Programm könnte unflätiges Vokabular enthalten. Und «Adult themes». Wär' ja zu schön.

Die Gastgeberin ist Katy «I kissed a Girl»-Perry. Katy mag Mädchen und betont das auch gern. Nach jeder Anmoderation steht sie in einem neuen Kleid da und sieht noch leckerer aus. Wenn dies der Anlass ist, bei dem die Musikindustrie sich selbst feiert, dann scheint dieses Biomasse gewordene Pin-up-Girl das wichtigste Aushängeschild der Stunde zu sein. Das wären dann wohl die Adult Themes.

Schwindelerregend

Und als solches muss sie hart arbeiten. Das Tempo der Show ist hoch, die Choreographie verwirrend. Im Maschinengewehrtakt werden die Namen von Nominierten aus diversen Kategorien abgefeuert. Dazwischen kreischt es. Alle paar Minuten ploppt ein neuer Präsentator aus der Kulisse und ruft: «Hey Liverpooool, grossartig, hier zu sein», ein strahlender Gewinner hetzt auf die Bühne: «Thank you, thank you so much, thank you!» Dann kreischt es wieder. Gratulationen an Obama, kreisch, und jetzt der nächste Gast, kreisch. Vielleicht nicht die verrückteste Award-Show Europas, aber mit Sicherheit die schwindelerregendste.

Ein paar Erkenntnisse bescherte uns der Abend dennoch: Zum Beispiel kann Alkohol sympathische junge Männer aufdringlich und sentimental werden lassen. Schön zu beobachten bei Moderator Jared Leto, der sich um Kopf und Kragen plapperte und sich mehr für sich selbst als seine Gäste interessierte. Was sich auch zeigte: Nicht jede, die gut Singen kann, ist auch eine grosse Sängerin, so wie Beyoncé.

Naturgewalt in Latex

Immerhin, zwei Legenden hatte der Abend zu bieten. Erstens Grace Jones, ein Relikt aus den Achtzigerjahren, eine Naturgewalt in Latexstrümpfen. Auch sie liebt es, dass die Mädchen ihr hinterherkreischen. Aber bei ihr wirkt das gefährlich. Nummer zwei wird angekündigt als grösster Songwriter in der Geschichte des Rock'n'Roll, Sir Saint Paul McCartney. Wir sind ja schliesslich in Liverpool. Doch der Ex-Beatle wirkt auf dieser MTV-Bühne, in der Keimzelle des Juvenilitätsterrors, leicht fehl am Platz. Er kommt gerade von Muttern, sagt er. Und dankt natürlich den Fans.

Übrigens: Katy Perry, falls es ihnen entfallen ist, mag Girls. Und die MTV Awards sollten «Die Katy Perry Show» heissen. Und falls Kostümwechsel irgendwann olympische Disziplin wird, wird sie Gold holen.

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