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«Heinrich Kieber wird zurückkehren»

Der gestern ausgestrahlte Dokfilm über den Datendieb Heinrich Kieber sorgte in Liechtenstein für Furore. Filmemacher Sigvard Wohlwend über die skandalöse Rolle des Fürsten und die anonymen Botschaften Kiebers.

Ihr Film lief in der ersten Jahreshälfte sehr erfolgreich in einem Liechtensteiner Kino. Wie waren die Reaktionen? Vor dem Kinostart gab es eine Polemik über die 65'000 Franken, die wir von der Kulturstiftung Liechtenstein erhalten hatten. Einige Politiker fanden, es gehe nicht an, dass ein Landesverräter in einem solchen Film verewigt wird. Nachdem der Film angelaufen war, sind diese Stimmen verstummt. 5000 Personen gingen ins Kino, das ist ein Siebtel der Liechtensteiner Bevölkerung, ein riesen Erfolg. Man konnte nirgends hingehen, ohne dass über den Film gesprochen wurde.

Sprengkraft hat vor allem die Schilderung, wie sich der Fürst von Kieber erpressen liess. Gemäss dem Film sorgte der Fürst dafür, dass Kieber mit einer lächerlichen Strafe davonkam, nachdem Kieber ihm versprochen hatte, in einem solchen Fall die geklauten Daten zurückzugeben. Ein happiger Vorwurf. Richtig. Das hat sich aber so zugetragen, das ist belegt, nur getraut sich niemand, darüber zu sprechen. Denn hier geht es um das Allerheiligste vom Allerheiligen in diesem kleinen Land: den Fürst.

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