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Druck aus Saudiarabien: Netflix streicht Satire aus dem Programm

US-Komiker Minhaj macht sich wegen des Khashoggi-Mords über Kronprinz bin Salman lustig. Das kam in Riad nicht gut an.

nlu/sda
Machte sich über den Kronprinzen lustig: US-Komiker Minhaj
Machte sich über den Kronprinzen lustig: US-Komiker Minhaj

Der Streamingdienst Netflix hat unter dem Druck des saudiarabischen Königshauses eine Folge einer Comedy-Show aus dem Programm genommen. Netflix bestätigte am Dienstag, dass die Episode in Saudiarabien nicht mehr gezeigt werde.

In der Folge der Satire mit dem Titel «Patriot Act with Hasan Minhaj» zog der 33-jährige US-Komiker Minhaj über Kronprinz Muhammad bin Salman wegen der Ermordung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul sowie über Riads Militäreinsatz im Jemen her. «Wir unterstützen mit Nachdruck weltweit die künstlerische Freiheit und haben die Folge nur in Saudiarabien zurückgezogen, nachdem wir eine rechtskräftige Aufforderung erhalten haben» zur Befolgung der örtlichen Gesetze, erklärte eine Sprecherin des Streamingdienstes.

Fordert eine internationale Untersuchung zur Klärung der Schuldfrage: Die UNO-Berichterstatterin über willkürliche Hinrichtungen, Agnès Callamard, in Genf. (19. Juni 2019/AFP/Fabrice Coffrini)
Fordert eine internationale Untersuchung zur Klärung der Schuldfrage: Die UNO-Berichterstatterin über willkürliche Hinrichtungen, Agnès Callamard, in Genf. (19. Juni 2019/AFP/Fabrice Coffrini)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Die Ermordung Khashoggis im Oktober 2018 wirft bis heute Fragen auf: Das Portrait des Journalisten der Washington Post während einer Zeremonie in Washington. (2. November 2018)
Jim Watson, AFP
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Die saudiarabische Justiz hatte zuvor die Todesstrafe gegen fünf Verdächtige im Fall des ermordeten Jamal Khashoggi gefordert. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Die «New York Times» schrieb am 13. November 2018, es gebe immer stärkere Indizien dafür, dass der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman in den Fall verwickelt ist.
Die «New York Times» schrieb am 13. November 2018, es gebe immer stärkere Indizien dafür, dass der saudische Kronprinz Muhammad bin Salman in den Fall verwickelt ist.
Josh Reynolds/AP, Keystone
Ein Aktivist hält in Istanbul ein Plakat mit dem Bild von Jamal Khashoggi. (25. Oktober 2018)
Ein Aktivist hält in Istanbul ein Plakat mit dem Bild von Jamal Khashoggi. (25. Oktober 2018)
Lefteris Pitarakis, Keystone
Der türkische Präsident Erdogan erklärt, sein Land habe Aufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi an einige Länder weitergegeben.
Der türkische Präsident Erdogan erklärt, sein Land habe Aufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi an einige Länder weitergegeben.
AP
Neue Kehrtwende in Riad: Nun heisst es auch aus Saudi-Arabien, dass die Tat geplant worden sei. Bisher besagte die offizielle Version, dass Khashoggi in Folge eines «Faustkampfs» im Konsulat in Istanbul zu Tode gekommen sei.
Neue Kehrtwende in Riad: Nun heisst es auch aus Saudi-Arabien, dass die Tat geplant worden sei. Bisher besagte die offizielle Version, dass Khashoggi in Folge eines «Faustkampfs» im Konsulat in Istanbul zu Tode gekommen sei.
AP
«Bisher zeigen alle Fakten und Beweise, die gefunden worden sind, dass Jamal Khashoggi Opfer eines brutalen Mords geworden ist»: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer viel beachteten Rede hauptsächlich bekannte Fakten wiederholt. (23. Oktober 2018)
«Bisher zeigen alle Fakten und Beweise, die gefunden worden sind, dass Jamal Khashoggi Opfer eines brutalen Mords geworden ist»: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer viel beachteten Rede hauptsächlich bekannte Fakten wiederholt. (23. Oktober 2018)
Ali Unal/AP, Keystone
Der US-Sender CNN hat Bilder von Überwachungskameras veröffentlicht, die den saudischen Agenten namens Mustafa Madani mit den Kleidern von Jamal Khashoggi zeigen sollen.
Der US-Sender CNN hat Bilder von Überwachungskameras veröffentlicht, die den saudischen Agenten namens Mustafa Madani mit den Kleidern von Jamal Khashoggi zeigen sollen.
Screenshot CNN
Saudiarabien bestätigt den Tod des Journalisten Jamal Khashoggi. (Archivbild)
Saudiarabien bestätigt den Tod des Journalisten Jamal Khashoggi. (Archivbild)
Virginia Mayo/AP, Keystone
Demokraten warnen vor möglichen Interessenkonflikten des US-Präsidenten im Fall Khashoggi: Trump bei einer Willkommenszeremonie im Murabba-Palast in Riad. (20. Mai 2017)
Demokraten warnen vor möglichen Interessenkonflikten des US-Präsidenten im Fall Khashoggi: Trump bei einer Willkommenszeremonie im Murabba-Palast in Riad. (20. Mai 2017)
Evan Vucci, AP, Keystone
Mike Pompeo sprach am Dienstag in Riad während rund 20 Minuten mit König Salman: Der US-Aussenminister mit König Salman im Palast in Riad.
Mike Pompeo sprach am Dienstag in Riad während rund 20 Minuten mit König Salman: Der US-Aussenminister mit König Salman im Palast in Riad.
Reuters
Pompeo soll den Schaden im Fall Khashoggi für die politischen Beziehungen zwischen den USA und Saudiarabien begrenzen. (16. Oktober 2018)
Pompeo soll den Schaden im Fall Khashoggi für die politischen Beziehungen zwischen den USA und Saudiarabien begrenzen. (16. Oktober 2018)
Leah Millis/Pool, Reuters
Mike Pompeo trifft auf dem Flughafen in Riad ein. (16. Oktober 2018)
Mike Pompeo trifft auf dem Flughafen in Riad ein. (16. Oktober 2018)
Leah Millis/Pool Photo via AP, Keystone
Nach einem Telefongespräch mit König Salman sagte US-Präsident Donald Trump, es habe danach geklungen, als ob ein «boshafter Killer» den Journalisten getötet haben soll: Kronprinz Muhammad bin Salman bei seinem Besuch im Weissen Haus. (20. März 2018)
Nach einem Telefongespräch mit König Salman sagte US-Präsident Donald Trump, es habe danach geklungen, als ob ein «boshafter Killer» den Journalisten getötet haben soll: Kronprinz Muhammad bin Salman bei seinem Besuch im Weissen Haus. (20. März 2018)
Jonathan Ernst, Reuters
Türkische Ermittler hatten zuvor bereits vermutet, dass der im US-Exil lebende Regierungskritiker im saudiarabischen Konsulat von Agenten seines Heimatlandes ermordet worden war.
Türkische Ermittler hatten zuvor bereits vermutet, dass der im US-Exil lebende Regierungskritiker im saudiarabischen Konsulat von Agenten seines Heimatlandes ermordet worden war.
Murad Sezer, Reuters
Türkische Ermittler durchsuchten acht Stunden lang das Gebäude in Istanbul.
Türkische Ermittler durchsuchten acht Stunden lang das Gebäude in Istanbul.
Murad Sezer, Reuters
Dort war der Journalist Khashoggi zuletzt gesehen worden.
Dort war der Journalist Khashoggi zuletzt gesehen worden.
Kemal Aslan, Reuters
Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen und setzte die Führung in Riad unter Druck: Ein Security-Mitarbeiter des saudiarabischen Konsulats in Istanbul. (14. Oktober 2018)
Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen und setzte die Führung in Riad unter Druck: Ein Security-Mitarbeiter des saudiarabischen Konsulats in Istanbul. (14. Oktober 2018)
Petros Giannakouris, Keystone
Drohte mit einer harten Strafe: US-Präsident Donald Trump wird am Flughafen in Ohio zum Fall Khashoggi befragt. (12. Oktober 2018)
Drohte mit einer harten Strafe: US-Präsident Donald Trump wird am Flughafen in Ohio zum Fall Khashoggi befragt. (12. Oktober 2018)
Evan Vucci, Keystone
Der Screenshot einer Überwachungskamera soll Jamal Khashoggi zeigen, wie er das Konsulat am 2. Oktober betritt.
Der Screenshot einer Überwachungskamera soll Jamal Khashoggi zeigen, wie er das Konsulat am 2. Oktober betritt.
Sabah Newspaper Handout, Keystone
Diese Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen angeblich Verdächtige in Istanbuls Flughafen Atatürk. (2. Oktober 2018)
Diese Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen angeblich Verdächtige in Istanbuls Flughafen Atatürk. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Dieses Bild soll einen Privatjet zeigen, mit dem eine Gruppe saudischer Verdächtiger nach Istanbul gereist sind. (2. Oktober 2018)
Dieses Bild soll einen Privatjet zeigen, mit dem eine Gruppe saudischer Verdächtiger nach Istanbul gereist sind. (2. Oktober 2018)
Sabah Newspaper, AFP
Ein schwarzer Van fährt zum saudischen Konsulat. Die türkische Zeitung «Sabah» hatte die Bilder am 9. Oktober publik gemacht.
Ein schwarzer Van fährt zum saudischen Konsulat. Die türkische Zeitung «Sabah» hatte die Bilder am 9. Oktober publik gemacht.
Sabah Newspaper, AFP
US-Präsident Donald Trump wurde am Mittwoch in den Fall eingeschaltet. (10. Oktober 2018)
US-Präsident Donald Trump wurde am Mittwoch in den Fall eingeschaltet. (10. Oktober 2018)
Manuel Balce Ceneta/AP, Keystone
Washington werde der Sache auf den Grund gehen, sagte Trump. Luftaufnahme des saudischen Konsulats in Istanbul.
Washington werde der Sache auf den Grund gehen, sagte Trump. Luftaufnahme des saudischen Konsulats in Istanbul.
DHA/AP
Saudiarabien ist für die USA ein strategisch wichtiger Partner und ein wichtiger Absatzmarkt für US-Rüstungsgüter. Protest vor dem saudischen Konsulat in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Saudiarabien ist für die USA ein strategisch wichtiger Partner und ein wichtiger Absatzmarkt für US-Rüstungsgüter. Protest vor dem saudischen Konsulat in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Osman Orsal, Reuters
Spekulationen zufolge wurde ein Killerkommando auf den verschwundenen Regimekritiker Jamal Khashoggi angesetzt.
Spekulationen zufolge wurde ein Killerkommando auf den verschwundenen Regimekritiker Jamal Khashoggi angesetzt.
Mohammed Al-Shaikh, AFP
Wurde hier Khashoggi ermordet? Mitarbeiter betreten das Konsulat von Saudiarabien in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Wurde hier Khashoggi ermordet? Mitarbeiter betreten das Konsulat von Saudiarabien in Istanbul. (9. Oktober 2018)
Bulent Kilic, AFP
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Wie die britische Zeitung «Financial Times» berichtete, reagierte der Dienst auf eine Erklärung des Informationsministeriums in Riad, wonach die Satire gegen ein Gesetz zur Cyber-Kriminalität verstosse. Das Ministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme erreichbar.

Der Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet worden. Die Tötung hatte weltweit für Aufsehen und diplomatische Verwerfungen gesorgt. Der US-Senat bezeichnete in einer Resolution den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed als «verantwortlich für den Mord». Dieser bestreitet eine Verwicklung. Mit ihrem Beschluss stellte sich die Kongresskammer gegen US-Präsident Donald Trump, der die Beteiligung des mächtigen Thronfolgers an dem Verbrechen anzweifelt.

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