«Die Gewinnsumme gehört weltweit zum Format»

Jason Brügger, «das grösste Schweizer Talent», erhielt für seinen Sieg 100'000 Franken. Ist der Betrag angebracht? Reto Peritz, SRF-Bereichsleiter Show, nimmt Stellung.

Die Fernsehzuschauer haben den 22-jährigen Profizirkusartisten Jason Brügger zum Sieger von «Die grössten Schweizer Talente» gewählt.

Die Fernsehzuschauer haben den 22-jährigen Profizirkusartisten Jason Brügger zum Sieger von «Die grössten Schweizer Talente» gewählt.

(Bild: SRF / Mirco Rederlechner)

Philippe Zweifel@delabass

Das Preisgeld für «das grösste Schweizer Talent» beträgt 100'000 Franken. Wie wurde diese Summe bestimmt? Die Gewinnsumme gehört weltweit zum Format DGST dazu und ist im Produktionsbudget einkalkuliert. Das Preisgeld ermöglicht den Talenten, ihre Karriere weiter voranzutreiben und in ihre künstlerische Zukunft zu investieren.

Die (oft jungen) Teilnehmer von DGST erbringen keine Riesenleistung, sie haben – wie schon der Titel der Sendung verrät – einfach ein gewisses Talent: Reichen da die öffentliche Bühne und der schnelle Ruhm nicht als Preisgeld aus? Da muss ich Ihnen widersprechen. Nehmen Sie den Gewinner der aktuellen Staffel: Jason Brügger hat hart für seine Karriere gekämpft, besuchte die Zirkusschule in Kanada. Natürlich ist er ein grosses Talent, aber er ist auch jemand, der seit frühester Kindheit für seinen Traum, Zirkusartist zu werden, arbeitet. Der Sieg bei DGST ist der verdiente Lohn dafür. Das gilt übrigens nicht nur für Jason, alle Kandidaten in den Liveshows müssen für ihren Auftritt beziehungsweise ihre Auftritte in den Liveshows hart trainieren und können in dieser Zeit, bedingt durch die Probezeiten, weder arbeiten noch andere Auftritte annehmen. Daher erbringen sie durchaus eine grosse Leistung und einen zusätzlichen Aufwand, für welchen sie von uns nicht generell entschädigt werden.

Hätte die Sendung weniger Teilnehmer, wenn man das Preisgeld senken würde? Nein, die Show ist eine tolle Plattform für Künstler, ihr Können einem breiten Publikum zu präsentieren. Selbstverständlich ist die Gewinnsumme für die Talente ein zusätzlicher Anreiz, bei der Show mitzumachen.

Mit teuer eingekauften Castingformaten wie «Die grössten Schweizer Talente» kommt man dem Konzessionsauftrag, «einem hohen Anteil an vielfältigen und innovativen Eigenproduktionen», nicht unbedingt nach. Können Sie verstehen, dass da das Preisgeld für einige Zuschauer als störend betrachtet wird? «Die grössten Schweizer Talente» ist durchaus eine Eigenproduktion, da das Format nicht fertig eingekauft, sondern in der Schweiz produziert und auf die Eigenheiten der Schweiz adaptiert wird. Das Format bietet ausserdem vielen Künstlern in der Schweiz eine Plattform, die sie ohne die Schweizer Version der Sendung nicht hätten. DGST widerspiegelt die multikulturelle Schweiz in all ihren Facetten.

Wäre nach der knappen Abstimmung über das Radio- und Fernsehgesetz eine Anpassung nicht angebracht gewesen? Nochmals: Die Gewinnsumme gehört weltweit zum Format DGST dazu und ist im Produktionsbudget einkalkuliert.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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