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Der «Tatort» verpufft als bildungsbürgerlicher Witz

In Dortmund ermitteln Kommissare, die einen Knall haben. So gut war der neue «Tatort».

Ai, ai, ai, das war ja mal wieder ein «Tatort», der sich eifrigst um Drehmomente bemühte – dieser Fall aus Dortmund, in dem der rätselhafte Mord an einem Familienmann aufgeklärt werden sollte, der da erschossen im Fluss lag. Einen Knall – oder zumindest etwas Freidrehendes – hatten fast alle, die sich an diesem Sonntagabend für uns abmühten. Also nicht nur die Täterin, die wie ein Forscher «Signale ins All» gesandt haben will, um so nach ihrem Sohn zu suchen, der vor 14 Jahren verschwand.

Einen Knall hatten vor allem die Ermittler: Kommissar Kossik soff wie ein Loch, um seinen Kummer über die zerbrochene Beziehung mit seiner Kollegin zu ertränken, was ja durchaus verständlich ist, denn die Ermittlerin Nora Dalay, mit der Kossik einst eine Beziehung führte, ist ja schon eine Grossartige (gespielt von Aylin Tezel). Dalay war denn auch die Einzige, die vom grosszügigen Drehbuchautor keinen Knall spendiert bekam. Ansonsten waren aber wirklich alle ein Fall für den Therapeuten: Angefangen beim Psychiater, der sich nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde mit Kommissar Faber zu beschäftigen hatte – und dabei übergriffig wurde.

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