Auch ich hatte ein Déjà-vu

Jürg Mosimann, ehemaliger Sprecher der Kantonspolizei Bern, meldet sich in unregelmässigen Abständen zum «Tatort» zu Wort.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auf wirklichkeitsnahe, eindrückliche und teils höchst dramatische Weise führte Jungregisseur Dustin Loose den «Tatort»-Fans vor Augen, dass wir Gewalt­verbrechen an Kindern als das Schrecklichste empfinden, was Menschen einander antun ­können.

Vorgespielte Liebenswürdigkeit auf der einen und kindliche Arglosigkeit auf der anderen Seite kostete in der «Tatort»-Folge «Déjà-vu» einem achtjährigen Knaben das Leben. Er war sexuell missbraucht und ermordet worden. Es waren die breit gefächerte Fahndung nach dem Triebtäter und der ungebrochene Optimismus auf einen baldigen Fahndungserfolg. Es waren die Enttäuschungen und die ­Verwünschungen, wenn sich eine verheissungsvolle Spur zerschlug. Es waren aber auch die emotionalen Hochs und Tiefs, die ein Déjà-vu bescherten, ein Wiedersehen mit dem Alltag echter ­Kriminalisten.

Die beiden Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara ­Höfels) sowie ihr Chef Peter ­Michael Schnabel (Martin Brambach) gingen durch die emotionale Hölle. Trotz aller Bemühungen tappten sie vorerst im Dunkeln. Dafür wurde Kritik an ihrer Arbeit laut, und in der Bevölkerung machte sich Angst breit; zusätzlich geschürt durch einzelne Medien. Kein Wunder, dass dem Dezernatsleiter Schnabel in einer Medienkonferenz der Kragen platzte. «Wir haben zu wenig Mittel, zu wenig Personal, zu ­wenig Befugnisse – und zu viel Datenschutz», belehrte er einen Journalisten.

Ich kann mich erinnern, dass ich so etwas Ähnliches während meiner Zeit bei der Polizei auch schon mal gehört habe. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.01.2018, 09:12 Uhr

Jürg Mosimann

Artikel zum Thema

Tatort: Ciao Mario, grazie per tutto!

Jürg Mosimann, ehemaliger Sprecher der Kantonspolizei Bern, meldet sich in unregelmässigen Abständen zum «Tatort» zu Wort. Mehr...

Tatort: Dem Psychotrend treu geblieben

Jürg Mosimann, ehemaliger Sprecher der Kantonspolizei Bern, meldet sich in unregelmässigen Abständen zum «Tatort» zu Wort. Mehr...

Bratwurst mit allem drin

TV-KRITIK Der neue Weimarer «Tatort» bot beste Unterhaltung im Kleinen – auch wenn der grosse Fall in «Der wüste Gobi» darunter litt. Mehr...

Service

Mitdiskutieren, teilen, gewinnen.

News für Ihre Timeline.

Kommentare

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Berner Zeitung digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Muss man tragen können: Eine Teilnehmerin posiert am Leipziger Wave-Gotik-Treffen in Deutschland. (20. Mai 2018)
(Bild: AP Photo/Jens Meyer) Mehr...