Luca Hänni: der geerdete Teenieschwarm

Prominenter Gast im Fotostudio «z-arts» in Uetendorf: «DSDS»-Kandidat Luca Hänni stand Fotograf Hannes Zaugg Modell. Trotz des Rummels mache der 17-Jährige einen «erstaunlich geerdeten Eindruck», sagt Zaugg.

Johannes Hofstetter

Ihnen gelang, was sich Tausende von Teenagern wünschen: Dem «Deutschland sucht den Superstar»-Kandidaten Luca Hänni ganz nahe zu sein. Wie ist das, wenn man auf einmal einen Prominenten vor der Linse hat? Hannes Zaugg: Ehrlich gesagt – für mich war das nichts so besonders. Ich habe schon mit noch berühmteren Leuten gearbeitet. Aber gefreut hat es mich natürlich schon.

Vor ein paar Wochen war der 17-jährige Maurerstift ein unbeschriebenes Blatt. Heute ergibt eine Google-Suche nach «Luca Hänni DSDS» 50'000 Treffer. Hunderttausende verfolgen seine Auftritte auf RTL. Wie hat der junge Mann auf Sie gewirkt? Luca macht auf mich einen erstaunlich geerdeten Eindruck. Abgehoben hat er jedenfalls nicht. Er geht mit dem ganzen Wirbel recht gelassen um. Es scheint ihm auch klar zu sein, dass die DSDS-Sause irgendwann vorbei sein wird. Dass es ein Leben nach Deutschland sucht den Superstar geben muss. Und geben kann.

Der Rummel um die Kandidaten ist gigantisch. Auf Facebook gibt es eine Fan-Seite für Luca. Die hat jetzt schon 60'000 Mitglieder. Wenn er bei DSDS weiterkommt, werden es noch x-mal mehr sein. Das ist wahnsinnig. Das muss ein Mensch in diesem Alter erst einmal verarbeiten. Aber wie gesagt: Ich denke, dass Luca damit ganz gut zurecht kommt. Dafür sorgen auch seine Familie und seine Freunde.

Sie sind nicht nur Fotograf, sondern auch Gemeindepräsident von Uetendorf. Ist Ihnen Ihr singender Mitbürger schon vor DSDS aufgefallen? Ich habe ihn an der Abschlussfeier der 9. Klasse gesehen. Damals nahm ich mir vor, ihn einmal zu fotografieren. Er sah – und sieht – nicht nur sehr gut aus. Er hat auch eine ganz besondere Ausstrahlung. So etwas spüren junge Frauen und Fotografen sofort.

Wie kam das Shooting in Ihrem Studio zustande? Ich habe ihn an jener Feier gefragt, ob er sich einmal von mir fotografieren lassen möchte. Mittlerweile war er bereits zweimal bei mir im Studio.

Worüber haben Sie während der Aufnahmen gesprochen? Vor allem über das, was passieren könnte, falls er bei der Castingshow gewinnen sollte.

Uns können Sie es ja verraten. Hat er über Dieter Bohlen gelästert? Nein. Ich habe ihm nur gesagt: «Wenn wir extra für dich ein Dorffest veranstalten, musst du dafür sorgen, dass Bohlen nach Uetendorf kommt.» Jetzt sind wir gespannt, was passiert…

Fotografen legen grossen Wert darauf, dass ihre Modelle natürlich agieren. Das ist für jemandem, der rund um die Uhr von Foto- und Filmkameras umzingelt ist, vermutlich nicht ganz einfach. Stimmt. Luca hat sich bereits angewöhnt, automatisch zu lächlen, wenn eine Kamera in der Nähe ist. Das geht vielen Leuten so, die regelmässig mit den Medien zu tun haben. Ich musste ihn zwischendurch fast darum bitten, auch einmal ernst dreinzublicken.

Vor Kurzem verbrachte Luca Hänni mit der DSDS-Truppe eine Woche auf den Malediven. Bald steht er wieder auf der Bühne. Weiss er, was in seiner Heimatgemeinde läuft? Natürlich! Hier in Uetendorf ist er ja fast ein Einwohner wie jeder auch. Er bummelt herum, redet mit den Leuten…nein, nein: Der hat schon Bodenkontakt.

Kann Uetendorf von seiner Bekanntheit profitieren? Nun: Die Gemeinde ist mit Sehenswürdigkeiten ja nicht übergesegnet. Wir haben auch kein Ortsmarketing, das sich professionell um den «Verkauf» der Gemeinde kümmert. Aber wir haben die «Calimeros», die seit Jahr und Tag zu den Fixsternen am Schweizer Musikhimmel gehören, Wir haben Pesche Müller, der an den TV-Schirmen der Nation gerade als Elvis-Imitator Furore macht – und wir haben Luca Hänni, der dafür sorgt, dass man den Namen Uetendorf in halb Europa kennt.

Wie weit ist Luca Hänni davon entfernt, zum Ehrenbürger von Uetendorf ernannt zu werden? Im Moment würde ich sagen: Noch weit. Ich weiss allerdings nicht einmal genau, ob Uetendorf das Ehrenbürgerrecht überhaupt kennt.

Für Luca Hänni gilt bald ernster denn je in seiner DSDS-Karriere: Ende Februar stellt sich heraus, ob er den Sprung in die Live-Shows schafft. Falls ihm das gelingt, kommt er dem grossen Finale einen grossen Schritt näher. Die Vorzeichen stehen allerdings etwas suboptimal: Nach dem «Recall» auf den Malediven kritisierte Chefjuror Dieter Bohlen, Hänni habe die Töne nicht getroffen und «die grossen Emotionen» vermissen lassen. «Wir müssen noch mal schauen, wie das so weitergeht», gab Bohlen Hänni mit auf den Rückweg.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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