Linda Geiser: «D Chummermueter» wird 75

Sie spielte sich in die Herzen der Zuschauer, baute in New York ein Atelierhaus auf und führt Reisende durch den Big Apple: Morgen feiert die in Manhattan lebende Berner Schauspielerin Linda Geiser ihren 75. Geburtstag.

Späte Rolle: In der Erfolgsserie des Schweizer Fernsehens
«Lüthi und Blanc»  spielte Geiser Johanna Blanc.

Späte Rolle: In der Erfolgsserie des Schweizer Fernsehens «Lüthi und Blanc» spielte Geiser Johanna Blanc. Bild: SF/zvg

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Das Stadthaus im East Village auf Manhattan hat schon einiges miterlebt, seit Linda Geiser 1979 die Liegenschaft erwarb: Die Strassenkriminalität in den Achtzigerjahren. Die Polizisten, die in der ehemaligen Bar im Erdgeschoss ein- und ausgingen. Und seit 1982 beleben abwechselnd Kunstschaffende, Filmemacher, Autoren, Fotografen, Tanz- oder Theaterschaffende das Haus in der 5. Strasse.

Anfang der Achtzigerjahre richtete Geiser hier in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern ein Atelier für Stipendiaten ein, die dort jeweils für mehrere Monate arbeiten. Für diese ist die Schauspielerin eine Art Mutterfigur: Ihre Wohnung im Parterre steht den Berner Kulturschaffenden bei Fragen und Problemen stets offen. Jene Wohnung, in der sich unzählige Bücher, Briefe und Andenken stapeln. Und jene Wohnung, in der gleich mehrere Kätzchen hausen, um die sich die Kulturschaffenden rührend kümmern. Geiser selbst spricht von einem Lebenswerk, wenn sie an ihr Atelierhaus denkt.

Vom Land in die Metropole

Den Big Apple, Geisers Wahlheimat seit 1961, kennt die 1935 in Köniz geborene Actrice wie ihre Westentasche. Sie betreut nämlich nicht nur die Berner Stipendiaten, sondern auch Reisende aus aller Welt, die sie in Kulturführungen quer durch die Millionenmetropole führt. Ein grosser Kontrast zu Geisers Anfängen als Schauspielerin. Damals war die US-Metropole noch in weiter Ferne, und Geiser spielte sich als Landschönheit in «Uli der Knecht» (1954) in die Herzen des Publikums, nachdem sie eine Ausbildung an der Schauspielschule des Konservatoriums in Bern absolviert hatte.

Doch Geiser liess sich nie auf ihr Äusseres reduzieren und wählte stets Rollen mit Ecken und Kanten. Geldgierig gab sie sich in «Anne Bäbi Jowäger» (1960). Als Mutter der sechs Kummerbuben im gleichnamigen Film (1968) und in der TV-Serie kämpfte sie im Emmental gegen die Armut. Im Fernsehfilm «Oeschenen» (2004) musste sie noch vom Sterbebett aus ihren Sohn und ihren Ehemann versöhnen. Und in ihrer letzten grossen TV-Rolle in der SF-Erfolgsserie «Lüthi und Blanc» (1999–2006) spielte sie die rüstige Johanna Blanc, die, genesen von zwei Krebserkrankungen, einem exzentrischen Leben als Kunstmalerin frönte.

Kreativ und energisch

Wie die Figur der Johanna Blanc sprudelt auch die nun 75-jährige Linda Geiser nur so vor Energie und Kreativität. Ob dies mitunter an ihrem 20 Jahre jüngeren Lebenspartner John liegt? Auf jeden Fall kann die rüstige Schauspielerin mit den langen, silbrig glänzenden Haaren beim Erzählen aus dem Fundus ihrer vielseitigen Erfahrungen schöpfen. Kein Wunder, fällt es den Berner Stipendiaten stets schwer, Geisers Haus im East Village zu verlassen. «Das ist immer ein Problem: Die Künstler möchten am liebsten in New York bleiben, das ist aber nicht möglich», sagt Geiser, die in der Schweiz noch heute von Passanten auf der Strasse als «Chummermueter» angesprochen wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.05.2010, 09:35 Uhr

Bekannte Rolle: Als Mutter der sechs Kummerbuben erreichte
Linda Geiser 1968 beim Schweizer TV-Publikum Kultstatus. (Bild: SF/zvg)

Mutterfigur für Berner Kulturschaffende: Linda Geiser
betreut in New York Atelierstipendiaten des Kantons Bern.
(Bild: Iris Andermatt)

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