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Wir brauchen mehr Beweise für das Böse – nicht weniger

Der Vizedirektor der Foto-Agentur Magnum sagt, warum es richtig war, die Toten des abgeschossenen Flugzeugs in der Ukraine zu fotografieren.

Prorussische Aufständische bei der Absturzstelle eines der abgeschossenen ukrainischen Suchoi-25-Jets. (Screenshot aus einem Video der Pressestelle der «Volksrepublik Donezk», 23. Juli 2013).
Prorussische Aufständische bei der Absturzstelle eines der abgeschossenen ukrainischen Suchoi-25-Jets. (Screenshot aus einem Video der Pressestelle der «Volksrepublik Donezk», 23. Juli 2013).
Keystone

Die renommierte Foto-Agentur Magnum wurde jüngst wiederholt angegriffen, weil sie «Schockfotos» von der Flugzeug-Absurzstelle in der Ukraine gemacht hat – auch hier auf Redaktion Tamedia. Magnum-Vizedirektor Stuart Franklin kontert die Vorwürfe mit folgender Replik:

Es gibt eine Reihe moralischer Fragen, die sich angesichts der Fotografien von Jérôme Sessini stellen. Zwei will ich hier verhandeln, und sie haben mit der Verbreitung dieser Bilder zu tun, weniger mit ihrer Veröffentlichung im eigent­lichen Sinn. Magnum Photos ist eine Agentur, die die Medien mit Bildern versorgt, und kein Medium, das sie selber veröffentlicht. Die erste Frage: Lag es in Sessinis Absicht, Aufnahmen zu machen, die «voyeuristisch» sind, unnötig grauenvoll oder die die Würde der Toten verletzen? Die zweite: War es sein Wille, das Ergebnis eines Kriegsverbrechens so schlüssig und so überzeugend wie möglich zu dokumentieren?

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