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Weltbestes Pressefoto zeigt russisches Schwulenpaar

Ein Däne hat den «World Press Photo Award» gewonnen. Weitere Kategorien bieten berührende Siegerfotos.

Der Däne Mads Nissen schoss das «World Press Photo» des Jahres. Die beiden schwulen Männer «Jon und Alex» seien für ihn eine Art «moderne Geschichte von Romeo und Julia».
Der Däne Mads Nissen schoss das «World Press Photo» des Jahres. Die beiden schwulen Männer «Jon und Alex» seien für ihn eine Art «moderne Geschichte von Romeo und Julia».
Mads Nissen, Reuters
Gewinner in der Kategorie «Sport»: Lionel Messi wirft im Siegerfoto von Bao Tailiang einen melancholischen Blick auf den WM-Pokal. Den hatten im Juli 2014 die Deutschen gewonnen – durch einen 1:0-Sieg gegen Messis Argentinier.
Gewinner in der Kategorie «Sport»: Lionel Messi wirft im Siegerfoto von Bao Tailiang einen melancholischen Blick auf den WM-Pokal. Den hatten im Juli 2014 die Deutschen gewonnen – durch einen 1:0-Sieg gegen Messis Argentinier.
Bao Tailiang, Reuters
Die schwedische Fotografin Asa Sjostrom ist Zweitplatzierte in der Kategorie «Daily Life»: Schokolade zum 9. Geburtstag für die beiden Zwillingsbrüder Igor und Arthur aus Baroncea, Moldau.
Die schwedische Fotografin Asa Sjostrom ist Zweitplatzierte in der Kategorie «Daily Life»: Schokolade zum 9. Geburtstag für die beiden Zwillingsbrüder Igor und Arthur aus Baroncea, Moldau.
Asa Sjostrom, Reuters
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Die intime Aufnahme eines russischen Homosexuellen-Paares ist zum Pressefoto des Jahres 2014 gekürt worden. Diese Entscheidung verkündeten die Organisatoren der prestigereichen World Press Photo Awards in Den Haag.

Der Däne Mads Nissen fotografierte für seine Aufnahme «Jon und Alex» die beiden schwulen Männer in einem Zimmer in St. Petersburg. Die abgebildeten Männer seien für ihn eine Art «moderne Geschichte von Romeo und Julia», sagte Nissen: zwei Menschen, die sich lieben, und Kräfte von aussen, die ihnen ihre Gefühle verwehren wollen.

Das Siegerfoto ist Teil einer Serie von Nissen unter dem Titel «Homophobie in Russland». Die Rechte von Homosexuellen sind in Russland massiv beschnitten, in den vergangenen Monaten wurden die Gesetze gegen sie nochmals verschärft. So wurde «Propaganda» für Homosexualität vor Minderjährigen unter Strafe gestellt.

Durchnässtes Mädchen

In der Kategorie «Spot News» gewann der AFP-Journalist Bulent Kilic den ersten und den dritten Preis. Das Siegerfoto zeigt ein verletztes und – offenbar von Wasserwerfern – völlig durchnässtes Mädchen nach Auseinandersetzungen von regierungskritischen Demonstranten und der Polizei in Istanbul im vergangenen Jahr.

Das andere Foto zeigt genau den Moment des Einschlags eines Luftangriffs auf Kämpfer der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien im Oktober 2014. Den zweiten Preis in der Kategorie gewann Tyler Hicks von der «New York Times» für eine bewegende Aufnahme aus dem Gazakrieg.

Link zum Wettbewerb 2015, der den Sieger des Jahres 2014 hervorbrachte.

Zu starke Bearbeitungen

Die World Press Photo Awards sind die begehrtesten Fotojournalismus-Preise der Welt. Diesmal sichtete die Jury fast 100'000 eingereichte Aufnahmen von 5692 Fotografen aus 131 Ländern. In den acht Kategorien wurden 42 Preisträger aus 17 Ländern geehrt.

Die Veranstalter des Wettbewerbs kritisierten, dass viele der eingereichten Bilder zu stark bearbeitet worden seien. Zwanzig Prozent der Fotos, die die vorletzte Bewertungsrunde erreicht hatten, wurden abgelehnt.

Die Sieger der Jahre 2011, 2012, 2013 und 2014 (von links oben nach rechts unten; Jahresangaben im unten stehenden Tweet nicht korrekt)

Vor einem Jahr war ein im Mondlicht entstandenes Foto von afrikanischen Migranten, die ein letztes Mal vor ihrem Aufbruch in ein «besseres Leben» auf der Suche nach Handy-Empfang ihre Telefone in die Luft halten, zum Pressefoto des Jahres 2013 gekürt worden.

SDA/spu

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