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Die finnischen Blondinen wurden ihm fast zum Verhängnis

Claas Relotius frisierte seine Artikel. Auch für Schweizer Medien. Rechte Blogger schreien «Lügenpresse». Wie gross ist der Schaden für die Branche?

Sieben Jahre arbeitete der Reporter beim «Spiegel»: Bürogebäude des Magazins in Hamburg. Foto: Lars Berg (Imago) Claas Relotius wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Foto: Picture Alliance

Sieben Jahre arbeitete der Reporter beim «Spiegel»: Bürogebäude des Magazins in Hamburg. Foto: Lars Berg (Imago) Claas Relotius wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Foto: Picture Alliance

Philipp Loser@philipploser
Philippe Zweifel@delabass

Vor vier Jahren schrieb der deutsche Journalist Claas Relotius für das «NZZ Folio» eine «Beim Coiffeur»-Kolumne. Über Jahre kamen im Heft regelmässig Coiffeusen und Coiffeure aus aller Welt zu Wort und gaben Einblicke in ihren Berufsalltag. Im Heft 02/2014 erzählt die dreifache Mutter Hannu Sundell aus Lahti, wie sie ihren blonden Kundinnen die Haare dunkel färbe und dass sie die Haare gerne nass schneide, weil so die Strähnen griffiger in der Hand lägen. Kostenpunkt: 18 Euro. Kaum publiziert, postete eine Leserin des «NZZ Folio» einen Onlinekommentar. Friseure seien in Finnland deutlich teurer, Hannu ein Männername – und überhaupt: In Lahti gebe es diesen Salon nicht.

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