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Und plötzlich ist da der Trompetennasenhund

Mit eigenwilligen Wortcollagen hat Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller das Festival «poetry on the road» eröffnet.

Durchaus auch mit heiterer Seite: Nobelpreisträgerin Herta Müller. (27. September 2010)
Durchaus auch mit heiterer Seite: Nobelpreisträgerin Herta Müller. (27. September 2010)
Keystone

Bei der einstündigen Aktion im Theater Bremen erklärte die 60-Jährige, wie sie Wörter aus Zeitschriften und Zeitungen schneidet, diese Schnipsel hin- und herschiebt, um sie dann in Ansichtskartengrösse neu zusammenzusetzen. «Ich lache, wenn ich das mache, auch wenn die Dinge nicht harmlos sind», bekannte Müller. Sie sei davon geradezu besessen.

Die Wortcollagen aus ihrem Buch «Vater telefoniert mit den Fliegen» waren im Grossen Haus in einer grossen Projektion zu sehen. Die schwarz gekleidete Schriftstellerin las sie vor, mit dabei Sätze wie «Der Tod ist eine schmale kahle Meterware.»

Leichtfüssig statt finster

Während die in Rumänien aufgewachsene Autorin in Romanen wie «Atemschaukel» die finsteren Seiten von Verfolgung und Hilflosigkeit in der Zeit von Diktator Nicolae Ceausescu verarbeitet, wirkt die Wortakrobatik ihrer jüngsten Collagen oftmals leichtfüssig und humorvoll.

Das Festival «poetry on the road» der Hochschule Bremen und des Senders Radio Bremen stellt bis zum Montag 26 Schriftsteller aus 19 Nationen vor, darunter Hans Magnus Enzensberger, Ulla Hahn und den Ukrainer Ilya Kaminsky.

(SDA)

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