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Qualität und Schund

Einst kämpfte der Schweizerische Werkbund für die «gute Form». In der Gestaltung hatte er lange die Deutungsmacht über Gut und Böse. Und heute? Ein Buch beleuchtet die 100-jährige Geschichte.

Einfachheit als Norm: Max Bill gestaltete 1943 die Schau «Unsere Wohnung».
Einfachheit als Norm: Max Bill gestaltete 1943 die Schau «Unsere Wohnung».
PD
Die Zeitschrift «Das Werk» diente dem Werkbund seit 1914 als Sprachrohr.
Die Zeitschrift «Das Werk» diente dem Werkbund seit 1914 als Sprachrohr.
PD
SWB-Musterwohnung von 1974, Kinderzimmer mit Bett von Verena Huber.
SWB-Musterwohnung von 1974, Kinderzimmer mit Bett von Verena Huber.
PD
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«Negerdörfli», «Chüngeliställ», «Kommunistennest» – die Konservativen liefen Sturm gegen die Neubühlsiedlung. Was da von 1930 bis 1932 auf dem freien Acker in Zürich-Wollishofen gebaut wurde, war zu jener Zeit absolut avantgardistisch. Eine so gross angelegte, genossenschaftliche Wohnsiedlung mit über 100 Häusern in systematischem Zeilenbau, noch dazu mit Flachdächern. Ein Affront fürs Auge! Man war in den städtischen Wohnvierteln Blöcke mit Innenhöfen gewohnt. Doch der Clou dieser parallel gestellten Häuserreihen war, dass sie perfekt zur Sonne gerichtet und gegen Lärm geschützt waren. Geht man heute durch diese Vorzeigesiedlung des neuen Bauens, die für eine intellektuell aufgeschlossene Mittelschicht entworfen worden war, spürt man das 80-jährige Luft-und-Licht-Programm dank der grossen Fenster und Zwischengärten noch immer. Vor allem aber sind es menschliche Dimensionen, die man hier durchschreitet.

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