«Ob die Schweiz Juden aufnahm, spielte für die Deutschen keine zentrale Rolle»

Interview

Historiker Hans Ulrich Jost über den zweifelhaften Bundesrat von Steiger, Bücklinge gegenüber den Nazis und seinen Ärger über die aktuelle Zahlenklauberei.

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Linus Schöpfer@L_Schoepfer

Herr Jost, die Rolle des BGB-Bundesrats Eduard von Steiger im Zweiten Weltkrieg ist umstritten. Wie stark hat er als Justizminister die Schweizer Flüchtlingspolitik tatsächlich beeinflusst? Von Steiger versuchte oft, heikle Entscheide auf andere abzuwälzen. Entscheide, die er im Nachhinein unterstützte. So hielt er es auch in der Flüchtlingspolitik. Im Sommer 1942 ging er in die Ferien und überliess die Grenzschliessung dem Chef der Fremdenpolizei, Heinrich Rothmund. Von Steiger scheute die offene Konfrontation, es gibt meines Wissens kein einziges Beispiel einer kraftvollen Intervention seinerseits. Er war als Führungspersönlichkeit ebenso mittelmässig wie als Intellektueller. Nach dem Krieg versuchte er, seine Politik der Kriegszeit reinzuwaschen.

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