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«Narzissten gehen übertriebene Risiken ein»

Der Psychoanalytiker Otto Kernberg untersucht den Einfluss narzisstischer Störungen auf Unternehmen und Politik. Und er erinnert sich an Hitlers Einmarsch in Wien, den er als jüdisches Kind erlebte.

«Ich habe nie mehr eine solche Begeisterung erlebt»: Otto Kernberg beobachtete als Kind, wie Hitler in Wien einmarschierte.
«Ich habe nie mehr eine solche Begeisterung erlebt»: Otto Kernberg beobachtete als Kind, wie Hitler in Wien einmarschierte.
Doris Fanconi

Sie haben sich intensiv mit narzisstischen Störungen und deren Einfluss auf Organisationen auseinandergesetzt. Teilen Sie den Eindruck, dass narzisstisch gestörte Spitzenmanager heute häufiger grosse Unternehmen leiten? Es stimmt, dass narzisstische Persönlichkeiten führen wollen. Das bedeutet aber nicht, dass sie alle anderen verdrängen würden. Und eine gewisse Dosis an normalem Narzissmus gehört bei Führungspersönlichkeiten dazu: Ehrgeiz natürlich, aber auch Selbstsicherheit und die Unabhängigkeit von der Meinung anderer. Jede wichtige Entscheidung wird ja in einer Situation der Unsicherheit gefällt. Das Problem bei narzisstischen Persönlichkeiten besteht darin, dass sie grosse Defizite haben, unter denen dann die Unternehmen leiden.

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