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«Lasst uns Revolutionäre der Liebe sein»

Unweit vom Vatikan forderte Lady Gaga gleiche Rechte für Homosexuelle. Für einmal war die Diva dezent gekleidet. Und das an der Europride.

«Ich bin mir der religiösen Traditionen bewusst»: Stefani Germonotta alias Lady Gaga in Rom.
«Ich bin mir der religiösen Traditionen bewusst»: Stefani Germonotta alias Lady Gaga in Rom.

Die US-Sängerin Lady Gaga hat bei einem Auftritt im Rahmen der Europride in Rom gleiche Rechte für Homosexuelle in aller Welt gefordert. «Ich stehe hier als eine Weltbürgerin und fordere mit Euch zusammen Regierungen weltweit auf, unseren Traum von Gleichheit zu erleichtern», sagte die Pop-Diva gestern Abend bei einem für sie ungewöhnlich ernsten Auftritt vor einer riesigen Menschenmenge im Circus Maximus im Zentrum der italienischen Hauptstadt.

«Lasst uns Revolutionäre der Liebe sein und unsere starken menschlichen Kräfte nutzen, um Leben zu retten und zu Einheit in der ganzen Welt zu ermutigen.»

Berlusconi und Kirche verschont

Die für ihre schrillen Kostüme und temperamentvollen Auftritte bekannte Sängerin war bei ihrem Auftritt in der Arena unweit des Kolosseums und des Vatikans ungewöhnlich zurückhaltend. Sie trug ein elegantes schwarz-weisses Kleid des Designers Gianni Versace und eine grüne Perücke mit geradem Schnitt. In ihrer halbstündigen Rede verzichtete Lady Gaga auf jegliche Provokation in Richtung der Kirche oder des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

«Ich bin mir der religiösen Traditionen bewusst», sagte die 25-Jährige mit Blick auf das stark katholisch geprägte Italien. «Ich habe Respekt für Familien, die glauben, aber ich glaube, dass es wichtig ist, eine Veränderung zu fordern und zu erkennen.» Die Sängerin erinnerte an ihre italienischen Wurzeln und ihren eigentlichen Namen Stefani Germanotta.

Lady Gaga nannte mehrere Staaten, die die Rechte Homosexueller einschränken: Litauen, Polen, Russland und die Länder des Nahen Ostens.

Hunderttausende an der Parade

Nach Angaben der Europride-Organisatoren verfolgten eine Million Menschen den Auftritt von Lady Gaga, die nach ihrer Ansprache zwei Lieder am Klavier sang. Zuvor hatten Hunderttausende an einer Homosexuellen-Parade durch Rom teilgenommen. Auch in anderen europäischen Städten fanden am Samstag Paraden von Schwulen und Lesben statt. In Kroatien wurden mehrere Menschen verletzt, als Homosexuellen-Gegner Steine und Flaschen auf Teilnehmer warfen.

(AFP)

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