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Kampf der «Ihr-gegen-uns-Rhetorik»

Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk und weitere türkische Künstler, Journalisten und Schriftsteller fordern von Recep Tayyip Erdogan eine Änderung seines Tonfalls.

«Wir sind beunruhigt»: Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.
«Wir sind beunruhigt»: Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.
Keystone

Angesichts der tiefen Spaltung der Türkei nach den Protesten haben Künstler, Journalisten und Schriftsteller die Regierung zur Änderung ihrer Rhetorik aufgefordert. «Wir sind beunruhigt. Die Ihr-gegen-uns-Rhetorik verschärft die Polarisierung der Gesellschaft», schrieben die Künstler in einer ganzseitigen Anzeige, die am Samstag in mehreren Zeitungen des Landes erschien. Auch Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk beteiligte sich an dem Aufruf an die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan hatte die Proteste, die sich Ende Mai an einem umstrittenen Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park entzündeten, mit seinen Äusserungen wiederholt angeheizt. So hatte er die meist jungen und gebildeten Demonstranten als «Plünderer» beschimpft, die sich durch «Terroristen» manipulieren liessen. Der Regierungschef, dessen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) die letzte Wahl mit fast absoluter Mehrheit gewonnen hat, verweist zu seiner Legitimation immer wieder auf seine Unterstützung durch «die 50 Prozent».

Auf Kundgebungen betonte er, sich den Forderungen der Demonstranten nicht zu beugen. Er nehme Anweisungen «nur von Gott», sagte der fromme Politiker, dem seine Gegner autoritäres Gebaren, die Missachtung abweichender Meinungen sowie die schleichende Islamisierung der türkischen Gesellschaft vorwerfen. Sein Umgang mit den Protesten und der brutale Einsatz der Polizei, durch den landesweit tausende Menschen verletzt wurden, sorgte auch im Ausland für massive Kritik.

AFP/kpn

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